Viel Neuschnee vor allem im Tessin, Wallis und Graubünden


Roman Spirig
Schweiz / 05.12.20 12:20

Bis Samstagmorgen hat es in der Schweiz verbreitet Neuschnee gegeben, am meisten im Misox und im Engadin mit bis zu über 70 Zentimeter. Im Tessin, Wallis und Graubünden waren die Auswirkungen auf den Verkehr gross. Am Nachmittag entspannte sich die Lage etwas.

Der Schnee führte auf den Strassen des Tessins zu Problemen, so auch hier in Stabio. (FOTO: Keystone/KEYSTONE/Ti-Press/FRANCESCA AGOSTA)
Der Schnee führte auf den Strassen des Tessins zu Problemen, so auch hier in Stabio. (FOTO: Keystone/KEYSTONE/Ti-Press/FRANCESCA AGOSTA)

Wie Meteocentrale auf Twitter meldete, wurden in Airolo TI 73 Zentimeter Neuschnee gemessen. Gemäss SRF Meteo erhielt Locarno 19 Zentimeter Neuschnee seit Freitag. In Einsiedeln SZ wurden 12 Zentimeter gemessen, in Simplon Dorf VS 53, in Sedrun GR 50 und in San Bernardino GR 68 Zentimeter.

Im Tessin brachten die starken Schneefälle den Zugverkehr teilweise zum Erliegen. Am Samstagmorgen waren mehrere Bahnlinien beeinträchtigt, darunter die Strecke zwischen Airolo und Locarno sowie Bellinzona und Chiasso. Die Störung zwischen Airolo und Locarno konnte am Mittag behoben werden.

Auch der Bahnverkehr zwischen Pontresina und Poschiavo war am Mittag unterbrochen, wie der SBB-Webseite zu entnehmen war. Am Nachmittag konnte die Störung behoben werden. Zugsausfälle und Verspätungen gab es ebenfalls auf der Bahnstrecke von Brig nach Domodossola.

Der TCS meldete seinerseits für viele Strassen im Tessin, im Wallis und in Graubünden schneebedeckte Fahrbahnen sowie Sperrungen für den Schwerverkehr. Manche Strassen waren nur mit Schneeketten passierbar.

Der Bund hatte bereits am Freitag wegen der erwarteten Schneemassen in Teilen des Tessins und Graubündens die zweithöchste Lawinenwarnstufe ausgerufen. Seit Donnerstagnacht herrscht laut dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (Meteoschweiz) eine markante Südstaulage.

Der Schnee ist wieder da. Und leider auch die Unfälle, schrieb die Kantonspolizei Bern am Samstagvormittag auf Twitter. Seit Freitagabend 21.00 Uhr wurden ihr zwölf Verkehrsunfälle gemeldet. Nach aktuellem Kenntnisstand sei eine Person verletzt worden.

Wegen der starken Schneefälle fiel in Teilen Graubündens seit Freitag drei Mal der Strom aus. Betroffen waren hunderte Kundinnen und Kunden des Energieversorgers Repower in der Surselva, wie das Unternehmen am Samstag mitteilte.

Meteoschweiz sagte weitere Schneefälle bis Sonntag voraus. Meteonews kündigte für den Südosten der Schweiz an manchen Orten für den Sonntag über einen Meter Neuschnee an.

Bereits am Freitag hatten die starken Schneefälle den Verkehr gestört. Die Bahn wurde nach eigenen Angaben an ihre Grenzen gebracht. Am Abend wurde die A2 zwischen Lugano-Nord und dem Rastplatz Warteraum Giornico für den Schwerverkehr gesperrt, wie der TCS mitteilte.

Vereinzelt waren Strassenabschnitte auch wegen Erdrutschen oder umgestürzten Bäumen unterbrochen. In Lugano galt stellenweise eine Schneekettenpflicht.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Aargauer Schüler der Sekundarstufe II lernen im Fernunterricht
Schweiz

Aargauer Schüler der Sekundarstufe II lernen im Fernunterricht

Die Sekundarstufe II im Aargau mit den Mittel- und Berufsfachschulen wird vom kommenden Montag bis Ende Februar im Fernunterricht geführt. Der Aargauer Regierungsrat will damit in der Corona-Krise die Mobilität senken.

Italiens Premier Conte stellt Vertrauensfrage im Senat
International

Italiens Premier Conte stellt Vertrauensfrage im Senat

In der italienischen Regierungskrise stellt sich Ministerpräsident Giuseppe Conte am Dienstag einer zweiten, entscheidenden Vertrauensabstimmung im Parlament. Der Chef der Mitte-Links-Koalition hatte bei einem ersten Votum in der grösseren Parlamentskammer am Montag einen Etappensieg errungen. Das eigentliche Signal über die Zukunft seiner angeschlagenen Regierung dürfte aber von der Machtprobe im kleineren Senat ausgehen.

Ostschweizer Neinsager und sture Appenzeller
Schweiz

Ostschweizer Neinsager und sture Appenzeller

Im Vergleich zu den Nachbarländern gewährte die Schweiz den Frauen das Stimm- und Wahlrecht spät. In der denkwürdigen eidgenössischen Volksabstimmung von 1971 gab es in vier Ostschweizer Kantonen Nein-Mehrheiten.

Ausländer werden auf Online-Stellenbörsen benachteiligt
Schweiz

Ausländer werden auf Online-Stellenbörsen benachteiligt

Personen mit Migrationshintergrund müssen sich auf Jobplattformen die schlechteren Chancen für ein Bewerbungsgespräch ausrechnen als Schweizer, wie Zürcher Forschende im Fachmagazin "Nature" berichten. Frauen hingegen erfahren keine systematische Diskriminierung.