Stefanie Vögeles Gegnerin war die Luft zu schlecht


Roman Spirig
Sport / 14.01.20 11:00

Die durch die Buschfeuer beeinträchtigte Luftqualität in Melbourne beeinflusste auch die Tennisturniere in Melbourne. Die Slowenin Dalila Jakupovic gab gegen Stefanie Vögele in der Qualifikation für das Australian Open wegen Atemproblemen auf.

Stefanie Vögeles Gegnerin war die Luft zu schlecht (Foto: KEYSTONE / EPA / JAMES GOURLEY)
Stefanie Vögeles Gegnerin war die Luft zu schlecht (Foto: KEYSTONE / EPA / JAMES GOURLEY)

Dalila Jakupovic führte gegen Stefanie Vögele 6:4, 5:6, als sie wegen Atemnot auf die Knie sank. "Ich habe so etwas noch nie erlebt", sagte die 28-Jährige, nachdem sie vom Platz geleitet worden war. "Ich hatte Angst, dass ich kollabieren würde. Ich konnte nicht mehr gehen. Auf dem Boden war es leichter, Luft zu bekommen."

Die Organisatoren des Australian Open hatten am Dienstag den Beginn der Qualifikationsspiele wegen der verrauchten Luft um 90 Minuten verschoben. Laut Turnierdirektor Craig Tiley hätten sich die Bedingungen danach gebessert. Jakupovic sagte jedoch, es sei "nicht fair", dass die Spielerinnen und Spieler unter solchen Bedingungen antreten müssten. "Das ist nicht gesund für uns. Ich war überrascht. Ich dachte, wir würden heute nicht spielen, aber wir haben kaum eine Wahl."

Die schlechte Luftqualität machte auch der Russin Maria Scharapowa und Laura Siegemund beim Einladungsturnier in Kooyong zu schaffen. Die frühere Weltranglisten-Erste lag in der Partie gegen die Deutsche im Vorort Melbournes 6:7, 5:5 zurück, als das vorzeitige Ende kam. "Ich habe gemerkt, dass Husten hochkam am Ende des zweiten Satzes. Ich dachte, ich sei krank", sagte Scharapowa. Die Organisatoren brachen den Match ab. "Nach zweieinhalb Stunden war das für mich der richtige Entscheid. Ich glaube, für uns beide."

Von Teilnehmern am ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres kam schon Kritik. Die Weltranglisten-Fünfte Jelina Switolina postete auf Twitter eine Grafik über die gemäss dem Welt-Luftqualitäts-Index "sehr ungesunde" Luft in Melbourne. "Warum müssen wir warten, bis etwas sehr Schlimmes passiert, ehe wir reagieren?", schrieb die Ukrainerin.

Der Franzose Gilles Simon äusserte sich sarkastisch. "Wenn es Ärzte gibt, die sagen, dass das Spielen bei 45 Grad nicht gefährlich ist, und Schiedsrichter, die betonen, dass das Gras in Wimbledon bei Regen nicht rutschig ist, muss man doch auch Experten finden, die bestätigen, dass die Luftqualität ausreichend ist", schrieb der frühere Weltranglisten-Sechste auf Twitter. Titelverteidiger Novak Djokovic hatte schon in der Vorwoche vor einer möglichen Gesundheitsgefährdung gewarnt.

Den Bewohnern von Melbourne wurde am Dienstag von der Umweltbehörde des Staates Victoria geraten, die Wohnungen nicht zu verlassen, die Fenster zu schliessen und Haustiere nicht ins Freie zu lassen.

(sda)


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