Streit um Erdgas im Mittelmeer dauert an - Macron steht Athen bei


News Redaktion
Wirtschaft / 13.08.20 11:54

Trotz aller Proteste setzt das türkische Forschungsschiff "Oruc Reis" die umstrittene Suche nach Erdgas vor griechischen Inseln in der Ostägäis fort.

HANDOUT - Das türkische Forschungsschiff «Oruc Reis» (M) fährt in Begleitung türkischer Kriegsschiffe über das Mittelmeer. Foto: -/Turkish Defense Ministry/AP Pool/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits (FOTO: Keystone/Turkish Defense Ministry/AP Pool/-)
HANDOUT - Das türkische Forschungsschiff «Oruc Reis» (M) fährt in Begleitung türkischer Kriegsschiffe über das Mittelmeer. Foto: -/Turkish Defense Ministry/AP Pool/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits (FOTO: Keystone/Turkish Defense Ministry/AP Pool/-)

In der Nacht bewegte sich das Schiff laut Ortungsdienst MarineTraffic erneut Richtung eines Seegebiets, das Griechenland als eigene Ausschliessliche Wirtschaftszone (AWZ) versteht. Vorübergehend war das Forschungsschiff auf türkisches Seegebiet gefahren, änderte dann aber wieder den Kurs. Zahlreiche türkische und griechische Kriegsschiffe halten sich in der Region auf.

Angesichts des Streits um Erdgasfelder hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angekündigt, die französische Militärpräsenz im östlichen Mittelmeer vorübergehend zu verstärken. Die einseitigen türkischen Aktionen erzeugen Spannungen und müssen gestoppt werden, damit ein ruhiger Dialog starten kann, erklärte Macron auf Kurznachrichtendienst Twitter in griechischer Sprache. Der griechsiche Regierungschef Kyriakos Mitsotakis bedankte sich per Twitter bei Macron. Seit einigen Tagen befinden sich zwei französische Kampfbomber vom Typ Rafale auf Zypern, berichtete das zyprische Staatsradio (RIK).

Seit Anfang der Woche sucht die Oruc Reis südlich von Rhodos und der kleinen Insel Kastelorizo nach Erdgas. Kastelorizo ist nur rund zwei Kilometer vom türkischen Festland entfernt, gehört aber wie Rhodos zu Griechenland.

Das Seerecht der Vereinten Nationen (UN) legt für Küstenländer eine Ausschliessliche Wirtschaftszone (AWZ) fest, die über die Hoheitsgewässer eines Landes hinausreicht. In dieser 200-Meilen-Zone hat ein Staat demnach das alleinige Recht zur Ausbeutung von Bodenschätzen. Liegt die Küste eines anderen Landes näher, gilt die Mittellinie. Griechische Inseln, die nahe an der türkischen Küste liegen, verringern also die türkische AWZ enorm. Die Türkei erklärt, dass Inseln keine AWZ haben und sieht ihre Gasforschungen daher als legitim an. Das Seerechtsabkommen hat sie aber nie unterschrieben, wie etwa auch die USA.

(sda)


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