Stresstest für die Tour de France


Roman Spirig
Sport / 11.08.20 14:25

Wenn morgen Mittwoch das Critérium du Dauphiné losrollt, wird im Radsport der Ernstfall geprobt. Die Spitzenfahrer unterziehen sich auf fünf Bergetappen einem anspruchsvollen Formcheck für die in zweieinhalb Wochen beginnende Frankreich-Rundfahrt.

Stresstest für die Tour de France
Stresstest für die Tour de France

Das Starterfeld ist entsprechend exquisit. Gleich die Top 12 der letztjährigen Tour de France sind gemeldet. Mit dem Kolumbianer Egan Bernal sowie den Briten Geraint Thomas und Chris Froome sind die letzten drei Tour-Sieger von Ineos dabei. Für Vierfach-Sieger Froome, der nach seinem schweren Sturz vor einem Jahr nicht so recht in Form kommt, geht es dabei noch um das Tour-Ticket. Er muss liefern, nachdem er jüngst bei der Tour de l'Ain in den Bergen frühzeitig abgehängt worden war. Wie gross das Interesse vom Team Ineos noch ist, seinen Star der vergangenen Jahre zur Tour mitzunehmen, bleibt fraglich. Schliesslich verlässt Froome den Rennstall zur kommenden Saison in Richtung des Teams Israel Start-Up Nation.

Ein starkes Trio hat auch die niederländische Mannschaft von Jumbo-Visma mit Vuelta-Sieger Primoz Roglic aus Slowenien, dem ehemaligen Giro-Champion Tom Dumoulin und dem letztjährigen Tour-Dritten Steven Kruijswijk dabei. Ebenfalls gemeldet sind die französischen Stars Julian Alaphilippe und Thibaut Pinot sowie das Schweizer Quartett Marc Hirschi (Team Sunweb), Michael Schär (CCC), Stefan Küng und Sébastien Reichenbach (beide Groupama-FDJ). Der Grossteil der Sprinter hat indes im Vorfeld abgewunken - aus gutem Grund. Nicht weniger als 27 Bergwertungen warten an den fünf Tagen auf die Fahrer, gleich viermal müssen Anstiege der höchsten Kategorie erklommen werden.

Doch nicht nur für die Fahrer ist es eine anspruchsvolle Tour-Hauptprobe. Auch der Veranstalter ASO, der zugleich die Grande Boucle vom 29. August bis 20. September austrägt, kann sein Konzept auf Tauglichkeit überprüfen. Dieses sieht starke Einschränkungen vor. Maximal 5000 Zuschauer dürfen in den Start- oder Zielbereich, der Zugang zu den Bergen wird eingeschränkt, und nur Teamangehörige erhalten Zugang zu den Mannschaftsbussen. In den Hotels bekommen die Teams jeweils eine Etage für sich, die Werbekarawane wird auf 40 Prozent reduziert.

Corona bleibt der grosse Gegner, zumal in Frankreich zuletzt die Infektionszahlen zum Teil auf über 2000 Fälle pro Tag gestiegen sind. Einen kompletten Zuschauerausschluss soll es aber nicht geben. "Die Tour bleibt eine Feier", sagte Tour-Chef Christian Prudhomme.

(sda)


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