Stricker bei seinem Debüt nervös, aber souverän


News Redaktion
Sport / 17.09.21 15:02

Das Schweizer Davis-Cup-Team steht kurz vor dem ersten Sieg seit vier Jahren. Nach dem ersten Tag des Weltgruppe-II-Playoffs gegen Estland in Biel führen die Schweizer standesgemäss 2:0.

Nerven in den Griff gekriegt und Aufgabe souverän gemeistert: Dominic Stricker gewinnt bei seinem Debüt im Davis Cup in Biel (FOTO: KEYSTONE/Manuel Lopez)
Nerven in den Griff gekriegt und Aufgabe souverän gemeistert: Dominic Stricker gewinnt bei seinem Debüt im Davis Cup in Biel (FOTO: KEYSTONE/Manuel Lopez)

Dominic Stricker (ATP 287) erlebte einen alles andere als gewöhnlichen Freitag. Der 19-jährige Berner spürte bereits beim Frühstück eine verständliche Nervosität, dann wünschte kein Geringerer als Roger Federer ihm viel Glück und am Ende stand auf der anderen Seite des Netzes ein 15 Jahre älterer Routinier mit immerhin 24 Siegen im Davis Cup, der eher besser aufspielte, als es sein Ranking (ATP 717) erwarten liess.

Doch der Juniorensieger des French Open 2020 liess sich nicht beirren und konnte sich auf dem schnellen Hallenplatz im Swiss-Tennis-Leistungszentrum in Biel immer auf seinen exzellenten Linkshänder-Aufschlag verlassen. So blieb Vladimir Ivanov vor rund 500 Zuschauern am Ende nur die ihm zugedachte Rolle des Statisten bei Strickers erstem Auftritt im Teamwettbewerb, der der Schweiz schon so viele schöne Emotionen beschert hat. Und vielleicht wird er einmal stolz erzählen, der erste Gegner eines Grossen gewesen zu sein - so, wie ein gewisser Davide Sanguinetti 1999 in Neuenburg gegen Roger Federer.

Soweit ist Dominic Stricker selbstredend noch bei weitem nicht. Und so strahlend steht auch das Schweizer Davis-Cup-Team nicht mehr da. Seit 2017 hat die Mannschaft von Captain Severin Lüthi keine Begegnung mehr gewonnen, doch nun stehen die Zeichen wieder erfreulicher. Das gelungene Debüt des Teenagers aus Grosshöchstetten endete mit einem 6:3, 6:4, in dem er keinen Breakball abwehren musste. Ich bin schon einfacher eingeschlafen als gestern Abend, und ich weiss nicht, ob ich schon mal vor einem Tennismatch so nervös war wie heute, gab der nach aussen stets sehr ruhig wirkende Berner zu. Aber es war ein sehr cooles Debüt, konnte er ebenso zufrieden wie erleichtert bilanzieren.

Noch klarer war die Favoritenrolle im zweiten Einzel zwischen dem Schweizer Teamleader Henri Laaksonen (ATP 119) und dem mehr als 900 Plätze schlechter klassierten Mattias Siimar. Ausser einem Schreckmoment zu Beginn, als Laaksonen gleich ein Break kassierte, hatte der Schweizer den estnischen Linkshänder beim 6:4, 6:0 in 54 Minuten von A bis Z im Griff.

Es lief alles wie erhofft, und ich bin sehr zufrieden, stellte Captain Severin Lüthi fest. Sein Team braucht nun am Samstag (ab 13.00 Uhr) noch einen Sieg aus dem Doppel und den - falls notwendig - restlichen beiden Einzel. Er plant - wie vorgesehen - mit den beiden Linkshändern Stricker und Marc-Andrea Hüsler zum Doppel anzutreten.

(sda)


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