Swiss-Piloten lehnen Schlichtungsangebot ab und wollen Cheftreffen


News Redaktion
Wirtschaft / 27.09.22 12:20

Die Piloten der Swiss haben das Schlichtungsangebot der Airline abgelehnt. Sie bezeichneten das Angebot ihres Arbeitgebers als "nicht zielführend", wie der Pilotenverband Aeropers am Dienstag mitteilte.

Die Piloten der Swiss haben das Schlichtungsangebot abgelehnt, dass ihnen die Airline gemacht hat. Somit rücken Streiks immer näher. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT)
Die Piloten der Swiss haben das Schlichtungsangebot abgelehnt, dass ihnen die Airline gemacht hat. Somit rücken Streiks immer näher. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT)

Stattdessen wollen sie ein Treffen ihres Präsidenten mit dem Chef der Swiss erwirken. Die Swiss hatte ihren Piloten vergangene Woche eine aussergerichtliche Schlichtung vorgeschlagen. Auf diese wollen die Piloten nicht eingehen. "Wir zweifeln an der Ernsthaftigkeit der geäusserten Absicht, mit diesem Vorschlag den Weg zu einem neuen Piloten GAV zu ebnen", wird Aeropers-Präsident Clemens Kopetz in der Mitteilung zitiert. Die Piloten kritisieren, dass die Swiss zweimal eine von Aeropers angebotene Mediation oder Schlichtung ausgeschlagen habe.

Das vorgeschlagene Schlichtungsverfahren, das 45 Tage hätte in Anspruch nehmen sollen, hat in den Augen der Piloten keinen Zweck: "Die ungewisse Phase für die Pilotinnen und Piloten der Swiss um viele Wochen zu verlängern um am Ende nur eine unverbindliche Schlichtungsempfehlung vorliegen zu haben, bringt uns einem neuen GAV keinen Schritt näher und ist nicht zielführend", so der Pilotenpräsident.

Stattdessen schlägt er vor, sich mit dem Swiss-Chef Dieter Vranckx in eine "abschliessende Verhandlungsrunde im kleinen Führungskreis" zu begeben. Dort solle der "bereits viel zu langen und für beide Seiten unproduktiven Verhandlungsprozess zeitnah zu einem erfolgreichen Abschluss" gebracht werden, so Kopetz.

Die Piloten hätten zudem für Donnerstag einen Protestmarsch durch Kloten geplant.

Bald könnte es jedoch zu einem richtigen Streik kommen. Denn die Piloten haben bereits vor knapp zwei Wochen angekündigt, dass sie möglicherweise ab dem 17. Oktober die Arbeit niederlegen werden. Diese Pläne bekräftigen sie nun in der Mitteilung. Die Abstimmung über einen möglichen Streik läuft noch bis am 16. Oktober.

Die Geschäftsleitung der Swiss müsse in dem von Aeropers vorgeschlagenen "High-Level-Treffen" zwischen Vranckx und Kopetz "mit einem zeitgemässen Angebot auf ihre Pilotinnen und Piloten zugehen", heisst es. Falls bei dem Gespräch nichts zustande komme, seien "ab dem 17. Oktober Kampfmassnahmen möglich".

Solche würden die Swiss wohl hart treffen, denn dann sind in vielen Kantonen noch Herbstferien. Die Piloten geben jedoch an, eine Lösung am Verhandlungstisch zu bevorzugen.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Spaziergänger findet in Linz acht tote Würgeschlangen
International

Spaziergänger findet in Linz acht tote Würgeschlangen

Ein Spaziergänger hat am frühen Sonntagnachmittag im österreichischen Linz acht tote Baby-Würgeschlangen gefunden. Sein Hund hatte die Kadaver der Jungtiere bei einem Tankhafen aufgestöbert.

Nicht so gut wie versprochen
Sport

Nicht so gut wie versprochen

In den ersten beiden Spielen hielt Serbien nicht, was das gut besetzte Kader versprochen hatte. Vor dem Match gegen die Schweiz gibt es Nebengeräusche und die Hoffnung auf ein Happy End.

Whistleblower Snowden verteidigt seine russische Staatsbürgerschaft
International

Whistleblower Snowden verteidigt seine russische Staatsbürgerschaft

Der US-Whistleblower Edward Snowden hat die Annahme der russischen Staatsbürgerschaft gegen Kritik verteidigt. "Ich bin in Russland, weil das Weisse Haus mit Absicht meinen Pass annulliert hat, um mich hier festzusetzen", teilte Snowden auf Twitter mit. "Sie haben das diplomatische Flugzeug des Präsidenten von Bolivien runtergeholt, um zu verhindern, dass ich das Land verlasse und behindern bis zum heutigen Tag meine Bewegungsfreiheit."

London: Zustimmung der Russen zum Ukraine-Krieg stark gesunken
International

London: Zustimmung der Russen zum Ukraine-Krieg stark gesunken

Dem Kreml dürfte es nach Einschätzung britischer Experten zunehmend schwerfallen, den Krieg in der Ukraine gegenüber der eigenen Bevölkerung zu rechtfertigen. Das geht aus dem täglichen Geheimdienst-Update des Verteidigungsministeriums in London zum Ukraine-Krieg am Sonntag hervor. "Angesichts dessen, dass Russland in den kommenden Monaten kaum bedeutende Erfolge auf dem Schlachtfeld erringen wird, ist es wahrscheinlich zunehmend schwer für den Kreml, auch nur die schweigende Zustimmung in der Bevölkerung zu erhalten", hiess es in der Mitteilung.