Tausende Luzernerinnen demonstrieren für Gleichberechtigung


Roman Spirig
Regional / 14.06.19 18:32

Tausende Luzernerinnen haben heutelautstark Gleichstellung mit den Männern in allen gesellschaftlichen Belangen gefordert. Am späten Nachmittag zogen sie in einem langen und lauten Demonstrationszug durch die Stadt.

Tausende Luzernerinnen demonstrieren für Gleichberechtigung (Foto: KEYSTONE /  / )
Tausende Luzernerinnen demonstrieren für Gleichberechtigung

Gestartet hatte der Luzerner Frauenstreiktag vor dem Theater. Hunderte Frauen, viele lila oder rosarote Kleider tragend, setzten sich dort auf den Boden. Um 11 Uhr ertönte der "Weckruf", ein Gemisch aus Sirenengeheul und Weckergeklingel, in das sich immer mehr auch Pfiffe und Applaus mischten. Es sei Zeit, jetzt die Gesellschaft und die Politik für die Gleichstellung zu wecken, hiess es.

Am Theater hing ein grosses Plakat mit der Aufschrift "Auf der Bühne des Lebens. Gleichstellung - Neuinszenierung einer Tragödie". Maria Pilotto, Mitorganisatorin des Luzerner Frauenstreiks, sagte, wenn es um die Gleichstellung gehe, würden gute Lösungen oft in verwässerten Kompromissen enden. Die Frauen wollten nun aber Taten sehen.

Pilotto sagte, es habe sich in der Gleichstellung von Mann und Frau zwar seit dem ersten Frauenstreik vor 28 Jahren einiges getan. Erreicht sei die Gleichstellung aber noch nicht, wie jede Frau hier auf dem Platz aus eigener Erfahrung wisse.

Am Nachmittag fanden auf dem Theaterplatz zahlreiche Aktionen und Darbietungen statt. Um 15.24 Uhr liessen die Organisatorinnen erneut die Sirenen aufheulen, um ein zentrales Thema des Frauenstreiks zu thematisieren, die Lohngleichheit. Nun sei "fairer Feierabend", erklärten die Organisatorinnen. Wenn Frauen weniger verdienten als Männer, sollen sie auch weniger arbeiten.

Die Luzerner Polizei schätzte am Nachmittag die Zahl der Frauenstreikteilnehmerinnen auf rund tausend, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte. Am späteren Nachmittag strömten aber noch hunderte weitere Frauen zum Theaterplatz, um an der Kundgebung teilzunehmen. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmerinnen auf rund 3000.

Der lautstarke Zug zog vom Theaterplatz über die Reussbrücke in die Altstadt, von dort zum Schwanenplatz und von dort weiter zum Bahnhof. "Gleichstellung: Taten statt Worte" forderten die Frauen. In Reden wurde dabei auch die Politik des Luzerner Regierungsrates, ein reines Männergremium, kritisiert.

Sichtbare Zeichen für die Gleichstellung von Mann und Frau gab es auch ausserhalb des von den Gewerkschaften organisierten Anlasses. Für die katholische Kirche der Stadt Luzern tätige Frauen schmückten Kirchtürme mit pinken Ballonen. Ihr Slogan lautete: "Gleichberechtigung. Punkt. Amen." Zudem wollen die Kirchenfrauen das Streikthema in die Gottesdienste vom Wochenende aufnehmen.

Der Strauss der Forderungen der Frauen an diesem national durchgeführten Aktionstag ist gross. Die Schwerpunkte sind gleicher Lohn für gleiche Arbeit, mehr Teilzeitarbeitsmodelle für Frauen und Männer zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie keinerlei Toleranz für sexuelle Gewalt.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Neue E-Busse für Zug und St.Galler Rheintal
Regional

Neue E-Busse für Zug und St.Galler Rheintal

Die Zugerland Verkehrsbetriebe AG (ZVB) und Bus Ostschweiz AG (BOS) erweitern ihre Flotten um je einen vollelektrischen Batteriebus. Die beiden E-Busse mit dem Namen eCitaro werden in Zug und im St. Galler Rheintal voraussichtlich ab Oktober im Einsatz stehen.

Valser
Schweiz

Valser "Chästeilet": Ein sehr gutes Käse-Jahr

Am Montagmorgen holten die Bauern auf der Alp Selva in Vals bei der "Chästeilet" den ihnen zustehenden Käse auf der Alp ab. 68 Kühe haben diesen Sommer 54'900 Liter Milch produziert. Daraus entstanden 780 Käse und 100 Mutschli, gesamthaft gut 4'700 Kilogramm Käse - ein sehr gutes Jahr.

Zittersieg statt Kantersieg von Real
Sport

Zittersieg statt Kantersieg von Real

In der 4. Runde der spanischen Meisterschaft hat Real Madrid mit Mühe und Not seinen ersten Heimsieg errungen. Real führt daheim gegen Levante in der Pause 3:0 und gewann am Schluss nur 3:2.

Arsenal lässt beim Schlusslicht Punkte liegen
Sport

Arsenal lässt beim Schlusslicht Punkte liegen

Nach zwei Siegen zu Saisonbeginn hat Arsenal in der englischen Meisterschaft nunmehr dreimal in Folge nicht mehr gewonnen. Das 2:2 beim Tabellenletzten Watford ist Arsenals zweites Unentschieden nebst der Niederlage in Liverpool.