Telefonbetrüger lassen Opfer in Zug mit Taxi abholen


Roman Spirig
Regional / 08.11.22 17:05

Telefonbetrüger im Kanton Zug setzen offenbar auf eine neue Methode: Sie haben eine 81-jährige Frau mit dem Taxi abholen lassen, damit sie von ihrem Konto Geld abheben und es anschliessend bei einem Bitcoin-Automaten einzahlen konnte. Sie verlor rund 20'000 Franken.

Telefonbetrüger lassen Opfer in Zug mit Taxi abholen (Foto: KEYSTONE / ALEXANDRA WEY)
Telefonbetrüger lassen Opfer in Zug mit Taxi abholen (Foto: KEYSTONE / ALEXANDRA WEY)

Der Schweizerdeutsch sprechende Betrüger habe die Frau am vergangenen Donnerstag angerufen, sich als Polizist ausgegeben und der Frau erzählt, ihr Geld sei auf der Bank nicht mehr sicher. Ein Taxi-Chauffeur werde sie abholen und sie dabei unterstützen, Geld abzuheben und bei einem Bitcoin-Automaten einzuzahlen. Das Opfer sei stark unter Druck gesetzt worden, teilten die Zuger Strafverfolgungsbehörden am Dienstag mit.

Wenig später habe das vermeintliche Taxi, bei dem es sich um ein privates Fahrzeug gehandelt habe, die Frau abgeholt, zur Bank und danach nach Steinhausen gefahren. Dort übergab sie das abgehobene Geld dem Fahrer, der Teil der Bande war. Dieser zahlte den Betrag beim Bitcoin-Automaten ein und fuhr die Frau wieder nach Hause.

Am Tag darauf wiederholte sich der Vorgang, dieses Mal sei die Frau aber von einer echten Taxifahrerin abgeholt worden. Das sei eine neue Vorgehensweise der Telefonbetrüger, hält die Polizei fest. Bei der Bank sei die Frau dieses Mal von der Polizei erwartet worden, der Geldtransfer konnte verhindert werden.

Es sei sehr schwierig, die Transaktion über einen Bitcoin-Automaten nachzuverfolgen, hiess es bei der Zuger Strafverfolgungsbehörde auf Nachfrage. Auf Kantonsgebiet gebe es mehrere solcher Automaten für sogenannte Cryptowährungen. Zug ist das "Herz" des "Crypto Valley".

Glück hatte ein 81-jähriger Zuger, der am Montag von Telefonbetrügern kontaktiert wurde. Er hob 30'000 Franken ab und hätte diese einem Unbekannten übergeben sollen. Bei der Übergabe konnte die Polizei einen 30-jährigen Deutschen festnehmen. Bei den beiden Fällen dürfte es sich laut der Polizei nicht um die gleichen Täter handeln.

(sda)


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