Terrassen in mehreren Skigebieten bleiben vorerst offen


Roman Spirig
Regional / 25.02.21 16:21

Die Restaurantterrassen in den Skigebieten von Nid-, Obwalden, Uri und Schwyz sowie Glarus und Tessin bleiben vorerst offen, entgegen dem Beschluss des Bundes. Die Zentralschweizer Gesundheitsdirektoren wollen nochmals das Gespräch mit Bundesrat Alain Berset suchen.

Die Tische sollen bleiben: Obwalden und andere Kantonen wollen die Restaurants in den Skigebieten offen halten. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Die Tische sollen bleiben: Obwalden und andere Kantonen wollen die Restaurants in den Skigebieten offen halten. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Der Kanton Nidwalden habe bezüglich den Ski-Terrassen noch keinen abschliessenden Entscheid gefällt, teilte die Nidwaldner Gesundheitsdirektorin Michèle Blöchliger (SVP) am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. An der aktuellen Situation ändere sich daher vorerst nichts. Dieses Vorgehen sei mit den anderen Zentralschweizer Kantonen abgesprochen.

Das heisst, die Terrassen in den Skigebieten bleiben vorderhand offen. Weil man an einer guten Zusammenarbeit interessiert sei, und weil man dem Bundesrat die bisher positiven Erfahrungen zu den geöffneten Skiterrassen erläutern wolle, habe man sich geeinigt, nochmals das Gespräch mit Gesundheitsminister Berset zu suchen.

Daraus könnten womöglich wertvolle Erkenntnisse für die nachfolgende Öffnung von Restaurantterrassen in der ganzen Schweiz abgeleitet werden, hält Blöchliger fest. Die bisherigen Erfahrungen hätten gezeigt, dass die Abstände um den Takeaway-Bereich in Skigebieten besser eingehalten werden können, wenn draussen Sitzgelegenheiten mit klaren Regeln zur Verfügung stehen.

Auch Obwalden, Schwyz, Uri, Glarus und Tessin halten auf Anfrage fest, dass sie die Terrassen vorerst offen lassen. Speziell ist die Lage im Kanton Uri, dessen grösstes Skigebiet in Andermatt in den Kanton Graubünden reicht. Die Bündner Regierung hatte nach dem Entscheid des Bundesrats vom Mittwoch entschieden, dass die Terrassen in den Skigebieten wieder gesperrt werden müssten.

Nicht vollends auf einer Linie mit der Politik in Graubünden sind die Bergbahnen. Dort wird vor allem der rasche Schliessungsentscheid der Regierung nicht verstanden. Das sei ein politischer Beschluss, der nicht auf Fakten basiere, sagte Martin Hug, Präsident des Verbandes der Bergbahnen, auf Anfrage. Die Bergbahnen wollen mehr Zeit für den Rückbau der Terrassen und informierten die Regierung schriftlich, dass sie den Abbau nicht schon auf das kommende Wochenende vornehmen könnten, sondern auf den 1. März.

Bundesrat Berset sagte derweil am Donnerstag bei einem Besuch im Aargau, die Situation mit den Terrassen sei klar: Wir erwarten, dass sie geschlossen bleiben. Der Bundesrat habe am Mittwoch ganz bewusst entschieden, dass es noch zu früh sei für eine Öffnung der Terrassen. Es ist im Interesse aller, wenn die rechtlich klare Situation respektiert wird.

(sda)


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