Todesursache: 22-jährige Gabby Petito wurde während USA-Reise erwürgt


News Redaktion
International / 13.10.21 18:33

Nun gibt es traurige Gewissheit: Gabby Petito ist keines natürlichen Todes gestorben, sie wurde erwürgt. Die 22-jährige Amerikanerin war nach einer Reise mit ihrem Freund vor rund einem Monat als vermisst gemeldet und Tage später tot im Bundesstaat Wyoming aufgefunden worden.

Der Gerichtsmediziner von Teton County, Brent Blue, gibt die Todesursache der 22-jährigen Gabby Petito bekannt. Die junge Frau sei erwürgt worden. Foto: Bradly J. Boner/Jackson Hole News  Guide/AP/dpa (FOTO: Keystone/Jackson Hole News & Guide/AP/Bradly J. Boner)
Der Gerichtsmediziner von Teton County, Brent Blue, gibt die Todesursache der 22-jährigen Gabby Petito bekannt. Die junge Frau sei erwürgt worden. Foto: Bradly J. Boner/Jackson Hole News Guide/AP/dpa (FOTO: Keystone/Jackson Hole News & Guide/AP/Bradly J. Boner)

Bereits vor einigen Wochen hatte die Gerichtsmedizin erklärt, dass von einem Tötungsdelikt auszugehen sei. Am Dienstag (Ortszeit) gab Gerichtsmediziner Brent Blue nach Abschluss der Autopsie nun die genaue Todesursache bekannt.

Die Behörden haben bislang keinen Tatverdächtigen benannt. Die Suche nach Petitos verschwundenem 23-jährigen Freund, Brian L., der ohne sie aus dem Urlaub zurückgekehrt war, lief unterdessen weiter. Die Bundespolizei FBI und örtliche Ermittler im südlichen Bundesstaat Florida suchen mit Hochdruck nach ihm.

Petitos Leiche habe sich drei bis vier Wochen im Freien befunden, bevor Einsatzkräfte sie am 19. September nahe dem Nationalpark Grand Teton entdeckt hätten, sagte Gerichtsmediziner Blue weiter. Der genaue Todeszeitpunkt lasse sich daher nicht zweifelsfrei bestimmen. Petito sei nicht schwanger gewesen. Weitere Einzelheiten zum mutmasslichen Tathergang, zur Autopsie Petitos oder zum Zustand der Leiche nannte Blue unter Verweis auf die örtlichen Gesetze nicht.

Der Fall findet sowohl in den USA als auch international Beachtung - nicht zuletzt, weil das Paar aus Florida zahlreiche Bilder und Videos von seiner Reise in einem umgebauten Lieferwagen in sozialen Netzwerken teilte. Auf ihnen posieren die beiden vor der eindrucksvollen Landschaft verschiedener Nationalparks der USA.

Einen ganz anderen Eindruck als die Bilder des Paares hinterliess jedoch die Aufnahme einer Körperkamera eines Polizisten. Die Polizei war Mitte August zu einem möglichen Fall von häuslicher Gewalt zu dem Fahrzeug der Beiden gerufen worden. Der Anrufer, der die Polizei verständigte, habe beobachtet, wie ein Mann mit einer Frau stritt und sie schlug, berichtete unter anderem CNN. Die völlig aufgelöste und weinende Petito sagte im Video der Polizei dann, dass sie unter einer Zwangsstörung leide und es zu einer Auseinandersetzung gekommen sei. Dabei habe sie ihren Freund auch geohrfeigt. Das Paar hatte daraufhin zugestimmt, die kommende Nacht getrennt zu verbringen.

Die beiden waren im Sommer zu einem Trip durch die USA aufgebrochen. Am 1. September kam der Freund laut Polizei allein zurück nach Hause nach Florida. Zehn Tage später meldeten Petitos Eltern ihre Tochter als vermisst. Warum die Reise des Paares, das auf Bildern glücklich wirkte, ein tödliches Ende nahm, ist offen. Von ihrem Freund fehlt mittlerweile jede Spur - dessen Eltern hatten ihn Mitte September als vermisst gemeldet. Die Behörden erliessen Ende September Haftbefehl gegen ihn wegen Bankbetrugs. Der junge Mann habe zwischen dem 30. August und 1. September unbefugt mit einer Bankkarte rund 1000 Dollar abgehoben, hiess es in einem entsprechenden Gerichtsdokument des Bezirksgerichts in Wyoming. Es blieb unklar, wem die Karte gehörte.

In US-Medien und sozialen Netzwerken gab es in den vergangenen Wochen auch Kritik an Umfang und Intensität der Berichterstattung zu dem Fall der vermissten Petito. Nach Behördenangaben galten Ende vergangenen Jahres landesweit rund 90 000 Vermisstenmeldungen als aktiv. Kaum einer dieser Fälle erhielt annähernd so viel Aufmerksamkeit wie der von Petito, bemerkten Kritiker.

(sda)


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