Traurige Bilanz: Mehr als 1400 Flüchtlinge in diesem Jahr im Mittelmeer umgekommen


Roman Spirig
International / 03.07.18 18:00

Die gefährliche Flucht über das Mittelmeer hat seit Anfang des Jahres bereits mindestens 1405 Menschen das Leben gekostet.

Traurige Bilanz: Mehr als 1400 Flüchtlinge in diesem Jahr im Mittelmeer umgekommen
Traurige Bilanz: Mehr als 1400 Flüchtlinge in diesem Jahr im Mittelmeer umgekommen

Die Zahl der Toten sei um 40 Prozent höher als bislang befürchtet, berichtete die Organisation für Migration (IOM) am Dienstag in Genf - nur einen Tag, nachdem sie die Schwelle von 1000 überschritten gesehen hatte. 2017 waren im gleichen Zeitraum 2268 Menschen ums Leben gekommen.

Es handle sich aber nicht um neue Tragödien, sagte Julia Black vom Datenanalysezentrum der IOM in Berlin. Vielmehr gingen die neuen Zahlen auf Unglücke am 19. und 20. Juni zurück. Die dabei genannten Zahlen der Vermissten habe die IOM erst jetzt verifizieren können. Demnach kamen allein an diesen beiden Tagen bei drei Unglücken zusammen mindestens 215 Menschen ums Leben.

In der neuesten Statistik seien jetzt ebenfalls die mindestens 218 Menschen erfasst, die seit dem vergangenen Freitag ertranken. Dabei handelt es sich um ein Boot, das am Freitag nördlich von Tripolis vor der Küste kenterte. Dabei kamen nach IOM-Angaben wahrscheinlich 104 Menschen ums Leben. Am Sonntag ging ein Boot mit Flüchtlingen östlich von Tripolis unter. Dabei seien wahrscheinlich 114 Menschen ums Leben gekommen. "In den vergangenen zwei Wochen sind mindestens 34 Leichen an den Küsten Libyens angespült worden", fügte Black hinzu.

Am 27. Juni hatte die IOM offiziell noch 972 Tote gemeldet. Nothelfer gehen davon aus, dass die Zahl ohnehin deutlich höher liegt, weil nicht alle Tragödien bekannt werden.

Insgesamt sind die Zahlen der Neuankömmlinge in Europa über die verschiedenen Routen im Mittelmeer deutlich gesunken. In diesem Jahr waren es bis zum 1. Juli nach IOM-Angaben 45'808, verglichen mit mehr als doppelt so vielen vor einem Jahr: damals waren es 100'923.

In Italien ging die Zahl der ankommenden Flüchtlinge nach dieser Statistik deutlich zurück, in Griechenland und Spanien stieg sie dagegen sprunghaft. In Italien kamen demnach bis zum 1. Juli 16'585 Menschen an, 80 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. In Griechenland stieg die Zahl um 50 Prozent auf 13'507 Menschen und in Spanien um fast 140 Prozent auf 15'426 Menschen.

(sda / Central Redaktion)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

21-Jähriger verunfallt wegen Reh
Regional

21-Jähriger verunfallt wegen Reh

Ein Reh, das über die Strasse rannte, hat am Sonntagabend in Mollis GL einen jungen Autofahrer überrascht. Der 21-Jährige zog die Handbremse, worauf er die Kontrolle über das Fahrzeug verlor.

Gegner von
Regional

Gegner von "Versicherungsspionen" starten Kampagne in Luzern

Die Gegner des Gesetzes zur Überwachung von Sozialversicherten haben am Montag in Luzern ihre Abstimmungskampagne gestartet. Mit dem Referendum wollen sie der "willkürlichen Überwachung" den Riegel schieben. Gastgeber des Anlasses war ungewollt die Krankenkasse CSS.

Jeannine Gmelin holt WM-Silber
Sport

Jeannine Gmelin holt WM-Silber

Jeannine Gmelin ist an den Weltmeisterschaften im bulgarischen Plovdiv die erfolgreiche Titelverteidigung im Einer missglückt. Die 28-jährige Ustermerin musste sich der Irin Sanita Puspure geschlagen geben. Es war für Gmelin die erste Niederlage seit dem 5. Rang an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro.

Gmelin und Röösli/Delarze holen WM-Silber
Sport

Gmelin und Röösli/Delarze holen WM-Silber

Jeannine Gmelin im Einer und Roman Röösli/Barnabé Delarze im Doppelzweier haben an den Weltmeisterschaften im bulgarischen Plovdiv die Silbermedaille gewonnen.