Trump zur Waffengewalt: Mehr Einrichtungen für psychisch Kranke


Roman Spirig
Regional / 16.08.19 04:21

Bei seiner ersten Wahlkampfveranstaltung seit den Massakern von El Paso und Dayton hat US-Präsident Donald Trump generellen Einschränkungen beim Waffenbesitz eine Absage erteilt. Er sprach sich für mehr Einrichtungen für psychisch Kranke aus.

Trump zur Waffengewalt: Mehr Einrichtungen für psychisch Kranke (Foto: KEYSTONE / AP / Patrick Semansky)
Trump zur Waffengewalt: Mehr Einrichtungen für psychisch Kranke (Foto: KEYSTONE / AP / Patrick Semansky)

"Wir können es für gute, stabile, gesetzestreue Bürger nicht schwieriger machen, sich selber zu schützen", sagte Trump am Donnerstag unter dem Jubel seiner Anhänger in Manchester im Bundesstaat New Hampshire. "Wir werden das Recht auf Selbstverteidigung immer aufrechterhalten."

Trump sprach sich stattdessen dafür aus, vermehrt Einrichtungen zur zwangsweisen Unterbringung von psychisch Kranken zu errichten. "Wir können diese Menschen nicht auf der Strasse sein lassen."

Zu Monatsbeginn hatten zwei Schützen in El Paso (Texas) und in Dayton (Ohio) ein Blutbad angerichtet. Insgesamt kamen 31 Menschen ums Leben. In den USA kommt es regelmässig zu Angriffen dieser Art. Die Fälle in El Paso und Dayton sorgten für eine erneute Diskussion über das Waffenrecht im Land. Trump machte die Waffengewalt in den USA am Donnerstag an psychisch kranken Menschen fest, nicht an der leichten Verfügbarkeit von Kriegswaffen wie etwa Schnellfeuergewehren. Letzteres sehen Kritiker als das eigentliche Problem.

Trump sagte kurz vor der Wahlkampfveranstaltung: "Wir wollen nicht, dass verrückte Menschen Waffen besitzen. Aber ich will auch daran erinnern, dass psychische Erkrankungen etwas sind, worüber niemand sprechen möchte. Diese Menschen sind psychisch krank und wir müssen auch das untersuchen. Weil, wissen Sie, sie sind es, sie drücken ab. Die Waffe drückt nicht ab. Sie drücken ab."

Der Präsident kritisierte, in den vergangenen Jahrzehnten hätten Städte Einrichtungen für psychisch Kranke aus finanziellen Gründen geschlossen. "Und den Menschen wurde einfach erlaubt, wieder auf die Strassen zu gehen. Und das war eine furchtbare Sache für unser Land." Trump sagte weiter: "Ich denke, wir müssen wieder anfangen, Einrichtungen zu bauen." Es gehe darum, "geistesgestörte und gefährliche Menschen von der Strasse holen, damit wir uns darüber nicht so viele Sorgen machen müssen".

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Die Nutzerzahlen der Alarmierungs-App Alertswiss steigen rasant
Schweiz

Die Nutzerzahlen der Alarmierungs-App Alertswiss steigen rasant

Wegen des Coronavirus laden sich immer mehr Schweizerinnen und Schweizer die Alarmierungs-App Alertswiss von Bund und Kantonen herunter. Das berichtete Radio SRF am Dienstag.

Uri gibt derzeit keine Schutzmasken an Private ab
Regional

Uri gibt derzeit keine Schutzmasken an Private ab

Der Kanton Uri gibt derzeit keine Schutzmasken und -anzüge an Private und Unternehmen ab. Er begründet dies mit den knappen Beständen.

Grüner Neuling schafft in Kriens als Einziger Wahl in den Stadtrat
Regional

Grüner Neuling schafft in Kriens als Einziger Wahl in den Stadtrat

Der Neuling Maurus Frey (Grüne) hat am Sonntag als einziger der acht Kandidatinnen und Kandidaten den Sprung in den Krienser Stadtrat geschafft. Alle vier Bisherigen scheiterten am absoluten Mehr. Noch kein Entscheid gefallen ist bei der Stadtpräsidentenwahl.

UBS bekräftigt die vorgesehene Dividende 2019 trotz Corona-Pandemie
Wirtschaft

UBS bekräftigt die vorgesehene Dividende 2019 trotz Corona-Pandemie

Gute Nachricht für die Aktionäre der UBS: Trotz der Coronakrise verzichtet die Grossbank nicht auf die Ausschüttung einer Dividende. An der Generalversammlung vom 29. April dürfen die Anteilseigner allerdings nicht physisch teilnehmen.