Umfrage: Jeder und jede Zweite mit toxischen Beziehungen vertraut


News Redaktion
Schweiz / 25.01.22 11:49

Eine Partnerschaft ist nicht immer eitel Sonnenschein: In einer Umfrage der Online-Partneragentur Parship.ch hat die Hälfte der Befragten angegeben, selber oder durch Bekannte mit einer toxischen Beziehung in Berührung gekommen zu sein.

In der Schweiz haben schon viele Personen eine toxische Beziehung mit Elementen der Kontrollsucht, Herabwürdigung und Manipulation erlebt. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/LUIS BERG)
In der Schweiz haben schon viele Personen eine toxische Beziehung mit Elementen der Kontrollsucht, Herabwürdigung und Manipulation erlebt. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/LUIS BERG)

Ein Drittel der Frauen und ein Viertel der Männer gaben an, selber schon einmal in einer toxischen, also einer destruktiven Beziehung gewesen zu sein, wie Parship.ch am Dienstag mit Verweis auf eine eigene repräsentative Umfrage mitteilte. Fünf Prozent gaben demnach an, sich derzeit in einer toxischen Beziehung zu befinden. Am häufigsten betroffen ist gemäss Mitteilung die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen.

Als Hauptmerkmale von vergifteten Beziehungen gaben die Befragten physische Gewalt, Kontrollsucht, herabwürdigende oder beleidigende Behandlung, Manipulationsversuche, das Verdrehen von Wahrheiten und Energieraub an. Auch verdrehte Wahrheiten, Eifersucht, regelmässige Lüge, unberechenbare Stimmungsschwankungen sowie grundlose Anklagen wurden genannt.

Dania Schiftan, Psychologin bei der Partneragentur, geht davon aus, dass Männer und Frauen toxische Beziehungen unterschiedlich definieren. So sei zum Beispiel für 56 Prozent der Frauen soziale Isolation stärker ein Kennzeichen einer toxischen Beziehung als für Männer (42 Prozent). Diese Unterschiede könnten auf unterschiedlichen Rollenbildern zwischen den Geschlechtern basieren, die es vielleicht erschweren, ein Merkmal überhaupt als toxisch zu erkennen, lässt sie sich in der Mitteilung zitieren.

Wenn es um die Trennung geht, ziehen Frauen doppelt so häufig den Schlussstrich wie Männer. Rund sieben von zehn Frauen verlassen toxische Beziehungen aus eigenem Antrieb, in zwei Prozent war für die Trennung ausschlaggebend, dass sich Freunde oder die Familie abgewandt haben.

Bei den Männern ist das Umfeld mit zehn Prozent wichtiger als Auslöser für den Schritt zur Trennung. 5,5 von zehn Männern beendeten die Beziehung aus eigenem Antrieb. Nur drei Prozent der Frauen und zwei Prozent der Männer holten sich für die Trennung professionelle Hilfe.

Für die Umfrage wurden 1013 Frauen und Männer im Alter von 18 bis 69 Jahren befragt. Die Umfrage wurde zwischen April und Mai 2021 in der West-, Ost-, Zentral- und Nordwestschweiz, in den Räumen Zürich und Bern sowie im Mittelland und Graubünden durchgeführt.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Konferenz im Tessin als
Schweiz

Konferenz im Tessin als "Kickoff" für Wiederaufbau der Ukraine

Die Konferenz für die Ukraine, die die Schweiz im Juli im Tessin durchführt, soll seinen Bewohnern helfen, ihr Land nach dem Krieg wieder aufzubauen und gestärkt daraus hervor zu gehen. Ziel der Konferenz ist es, den "Pfad der Reformen" aufzugleisen.

Erster Heimsieg beim CSIO seit 22 Jahren ist überfällig
Sport

Erster Heimsieg beim CSIO seit 22 Jahren ist überfällig

Martin Fuchs, Steve Guerdat, Bryan Balsiger, Edouard Schmitz, Pius Schwizer: Dieses Quintett soll am Pfingstmontag der Schweiz am CSIO St. Gallen den ersten Heimsieg seit 22 Jahren bescheren.

Wieder Impfen vor Sommerferien? Derzeit laut BAG generell NICHT nötig
Schweiz

Wieder Impfen vor Sommerferien? Derzeit laut BAG generell NICHT nötig

Eine weitere Auffrischimpfung gegen das Coronavirus ist nach Ansicht des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) derzeit für die Bevölkerung generell nicht nötig. Eine einzige Auffrischimpfung nach der Grundimmunisierung reiche aktuell aus.

Schweiz

"Royal Family Member" denunziert: Gericht verurteilt Ex-Freund

Das Bezirksgericht Bülach hat am Dienstag einen 62-Jährigen wegen mehrfacher übler Nachrede und mehrfacher Beschimpfung verurteilt. Er hatte seine Ex-Freundin im Internet mehrfach blossgestellt. Die 48-Jährige gehört der Königsfamilie eines Golfstaates an und lebte während vier Jahren in der Schweiz.