Umweltverbände kritisieren Hochwasser-Projekt an der Reuss


Roman Spirig
Regional / 27.11.19 11:57

Vier Umweltverbände haben Einsprachen eingereicht gegen das Hochwasserschutzprojekt des Kantons Luzern an der Reuss. Sie kritisieren fehlende Datengrundlagen sowie falsche Annahmen - und fürchten um Fische und Frösche.

Umweltverbände kritisieren Hochwasser-Projekt an der Reuss (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Umweltverbände kritisieren Hochwasser-Projekt an der Reuss (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Für 195 Millionen Franken - 80 Prozent davon trägt der Bund - will der Kanton Luzern die Reuss von Emmen bis zur Kantonsgrenze verbreitern und mit Schutzbauten versehen. Nach 2016 legte er im Oktober das umstrittene Projekt für den 13 Kilometer langen Flussabschnitt zwischen Emmen und Honau erneut auf.

Doch das leicht überarbeitete Vorhaben fällt bei den Umweltverbänden durch. Diese hatte bereits bei der ersten Auflage Einsprachen erhoben. Bezüglich Ökologie habe sich nichts gebessert, teilten sie am Mittwoch zum Ablauf der Einsprachefrist mit. WWF und Aqua Viva sowie Bird Life und Pro Natura reichten je eine Einsprache ein.

Bird Life und Pro Natura kritisieren, es fehlten Daten zu Artengruppen, die vom Projekt möglicherweise tangiert werden. Das verhindere eine seriöse Planung und eine Wirkungskontrolle. Sie fordern eine grundlegende Überarbeitung des Projekts. Ansonsten könnten keine Auenlebensräume geschaffen werden, die etwa für Flussregenpfeifer, Flussuferläufer, Eisvogel und Laubfrosch wichtig seien.

WWF und Aqua Viva bemängelten in ihrer Einsprache, dass die Gewässerraumausscheidung gesetzeswidrig sei und die geplante Kiesentnahme Lebensräume geschützter Arten gefährde. Der Kanton vergebe damit eine Jahrhundertchance.

Die Planung basiere auf falschen Annahmen. So habe der Kanton den Gewässerraum viel zu eng ausgelegt. Er traue sich offenbar nicht, das Projekt grundsätzlich zu überarbeiten. Die geplante Kiesentnahme sei nicht nur unnötig für den Hochwasserschutz, sondern auch schädlich für den Lebensraum von Äschen, Seeforellen und gar Lachs, der hier wieder einen Lebensraum finden könnte.

Umstritten ist das Projekt sei jeher auch seitens der Landwirtschaft. Die Aufweitung des Flusses verbraucht rund 31 Hektar Fruchtfolgeflächen. Laut der Regierung unterstütze der Bund das Projekt vorbehaltlos. Nun folgen Einspracheverhandlungen.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Achtung glatt! Zwei Selbstunfälle in Zug
Regional

Achtung glatt! Zwei Selbstunfälle in Zug

Auf der General-Guisan-Strasse in der Stadt Zug haben sich heute zwei Selbstunfälle ereignet. Zuerst stürzte eine 19-jährige Motorradfahrerin und wenig später auch noch eine 57-jährige Velofahrerin, wie die Zuger Polizei mitteilte.

Stiftung finanziert Architektur-Wettbewerb für Luzerner Theater
Regional

Stiftung finanziert Architektur-Wettbewerb für Luzerner Theater

Die Arthur Waser Stiftung finanziert den Architekturwettbewerb für einen Neubau des Luzerner Theaters mit 1 Million Franken. Der Wettbewerb soll bis Ende Juni 2021 ausgeschrieben werden, dann soll auch klar sein, ob das Haus in der Stadt Luzern ganz abgerissen wird.

EVZ-Meister-Haudegen Misko Antisin ist Winterthurs Cheftrainer bis Ende Saison
Sport

EVZ-Meister-Haudegen Misko Antisin ist Winterthurs Cheftrainer bis Ende Saison

Der EHC Winterthur wird bis Ende Saison von Misko Antisin trainiert. Der ehemalige EVZ-Meisterspieler und bisherige Winterthur-Assistent tritt die Nachfolge des vor drei Tagen entlassenen Michel Zeiter an.

Newsletter abonnieren und von exklusiven Ticketverlosungen profitieren
Regional

Newsletter abonnieren und von exklusiven Ticketverlosungen profitieren

Freue dich wöchentlich über exklusive Ticketverlosungen, aktuelle News, interessante Podcasts und sei up to date über kommende Events mit dem Radio Sunshine Newsletter.