UN: Zahl der Bedürftigen weltweit wächst um fast 40 Millionen


News Redaktion
Schweiz / 02.12.21 10:21

Im kommende Jahr dürften nach Schätzungen der Vereinten Nationen (UN) fast 40 Millionen Menschen mehr weltweit auf humanitäre Hilfe oder Schutz angewiesen sein als in diesem Jahr. Die Vereinten Nationen stellen sich 2022 auf 274 Millionen Bedürftige ein, nach 250 Millionen im Jahr 2021, wie das UN-Nothilfebüro (OCHA) am Donnerstag berichtete. Jeder 29. Erdenbewohner sei auf Unterstützung angewiesen.

ARCHIV - Säcke mit Lebensmitteln vom Hilfswerk der Vereinten Nationen werden auf einen Anhänger geladen. Nach Schätzungen der UN dürften 2022 weltweit fast 40 Millionen mehr Menschen auf humanitäre Hilfe oder Schutz angewiesen sein als in diesem Jahr. Foto: John Minchillo/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/John Minchillo)
ARCHIV - Säcke mit Lebensmitteln vom Hilfswerk der Vereinten Nationen werden auf einen Anhänger geladen. Nach Schätzungen der UN dürften 2022 weltweit fast 40 Millionen mehr Menschen auf humanitäre Hilfe oder Schutz angewiesen sein als in diesem Jahr. Foto: John Minchillo/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/John Minchillo)

Der Bedarf wächst, was auf das Zusammentreffen von politischer Instabilität, zunehmenden Vertreibungen, Folgen des Klimawandels und Auswirkungen von Covid-19 zurückzuführen ist, berichtet das UN-Nothilfebüro. Humanitäre Hilfe rettet leben, sagte Nothilfekoordinator Martin Griffiths. Dennoch sei dies nur Teil der Lösung, Konflikte müssten vor allem politisch gelöst werden. Grösste Sorge mache ihm die Lage in Äthiopien, wo die Regierung gegen die lange dominierende Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) kämpft.

Die UN-Organisationen wollen 183 Millionen Menschen in 63 Ländern helfen. Sie brauchen dafür insgesamt 41 Milliarden Dollar (36,3 Mrd Euro), doppelt so viel wie noch vor vier Jahren. Besonders gross sei die Not in Afghanistan, Syrien, Jemen und Äthiopien. Zu diesem Finanzplan kommen bei unvorhergesehenen Katastrophen oder Konflikten im Laufe des Jahres weitere Spendenaufrufe für Nothilfe.

In diesem Jahr wurde der UN-Finanzbedarf für humanitäre Hilfe nach Angaben von OCHA bislang nur zu 46 Prozent gedeckt. Die Vereinten Nationen hatten um 37,7 Milliarden Dollar gebeten. 20,5 Milliarden Dollar fehlten Mitte November noch, so viel wie nie zuvor. Das humanitäre Programm für Simbabwe wurde nur zu 19 Prozent finanziert, die Programme für Pakistan und Haiti nur zu 27 Prozent.

Am besten lief es für Afghanistan: Der ursprüngliche Bedarf in Höhe von knapp 870 Millionen Dollar wurde zu 77 Prozent gedeckt. Bei einem zusätzlichen Spendenaufruf für Nothilfe in Höhe von 606,3 Millionen kam sogar die gesamte Summe zusammen.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Fachverband präsentiert Forderungen für Ausbau der Photovoltaik
Schweiz

Fachverband präsentiert Forderungen für Ausbau der Photovoltaik

Solarenergie soll zur tragenden Säule der Schweizer Energieversorgung werden. Gemäss dem Fachverband Swissolar soll Photovoltaik 2050 45 Terawattstunden Strom liefern, also 15 Mal mehr als heute. Um dieses Ziel zu erreichen, hat der Verband elf Massnahmen präsentiert.

Schweiz

"Soul of a Beast" knackt Rekord mit acht Filmpreis-Nominationen

Das gab es noch nie: "The Soul of a Beast" von Lorenz Merz ist achtmal für den Schweizer Filmpreis 2022 nominiert. Wer sonst noch auf Quartz-Trophäen hoffen darf, wurde am Montagabend an den 57. Solothurner Filmtagen bekanntgegeben.

Auto rollt in Weggis LU Strasse hinunter und kippt
Regional

Auto rollt in Weggis LU Strasse hinunter und kippt

Das parkierte Auto eines Essen-Auslieferers hat sich am Sonntagabend in Weggis LU selbständig gemacht: Es rollte etwa 35 Meter die Strasse hinunter und kippte dann seitwärts. Verletzt wurde niemand.

Mehr als 220 neue Arten in einem Jahr am Mekong entdeckt
International

Mehr als 220 neue Arten in einem Jahr am Mekong entdeckt

In den Anrainerstaaten des Mekong in Südostasien haben Wissenschaftler aus aller Welt in nur einem Jahr 224 bisher unbekannte Tier- und Pflanzenarten entdeckt.