Und wieder räumt Twitter mögliche unerlaubte Datenweitergabe ein


Roman Spirig
International / 07.08.19 15:15

Twitter muss zum zweiten Mal in wenigen Monaten einräumen, dass zumindest einige Nutzerdaten unerlaubt an Werbekunden gingen. Die Informationen sind nicht besonders aufschlussreich.

Und wieder räumt Twitter mögliche unerlaubte Datenweitergabe ein (Foto: KEYSTONE / AP / AMR ALFIKY)
Und wieder räumt Twitter mögliche unerlaubte Datenweitergabe ein (Foto: KEYSTONE / AP / AMR ALFIKY)

Aber die Pannen zeigen, wie häufig sich Fehler in das komplexe System einschleichen. Einige Daten von Twitter-Nutzern könnten ohne deren Wissen mehr als ein Jahr lang mit Werbekunden des Dienstes geteilt worden sein. Zu den Informationen gehöre etwa der Länder-Code des Nutzers sowie ob und gegebenenfalls wann die Anzeige angesehen wurde, erklärte Twitter in der Nacht zum Mittwoch.

Durch den Fehler seien Nutzern möglicherweise seit September 2018 auch auf Basis unzulässig gesammelter Daten personalisierte Werbeanzeigen angezeigt worden. Die Datenweitergabe sei bereits seit Mai 2018 möglich gewesen. Informationen zu Passwörtern oder E-Mail-Konten seien nicht betroffen. Die Probleme seien am 5. August behoben worden.

Wie viele Nutzer davon betroffen gewesen sein könnten, werde noch untersucht. Das in San Francisco ansässige Unternehmen entschuldigte sich: "Sie vertrauen darauf, dass wir Ihre Auswahl einhalten, wir haben dabei versagt", schrieb Twitter mit Blick auf die persönlichen Einstellungen.

"Es tut uns leid, dass das passiert ist." Das Unternehmen treffe Vorkehrungen, damit sich ein solcher Fehler nicht wiederhole. Unter den weitergegebenen Daten war auch die mit kryptologischen Verfahren verschleierte Geräte-Identifikationsnummer.

Bereits im Mai hatte Twitter eingeräumt, dass unter bestimmten Umständen Ortungsdaten eines Nutzers mit einem Werbekunden geteilt werden konnte. Betroffen waren zum Beispiel Nutzer, die mehrere Twitter-Accounts haben und bei manchen von ihnen den Aufenthaltsort freigeben.

Durch einen Fehler seien möglicherweise auch die Ortungsdaten bei den Accounts gesammelt worden, bei denen sie vom Nutzer gesperrt worden waren, erklärte Twitter damals. Die weitergegebenen Daten seien aber nicht mit Twitter-Namen oder der Nutzer-Identifikationsnummer verknüpft gewesen.

Twitter hatte sein Werbegeschäft im vergangenen Quartal deutlich ausgebaut. Wie der Kurznachrichtendienst Ende Juli mitteilte, stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 841 Millionen Dollar. Unterm Strich verbuchte Twitter einen Quartalsgewinn von 1,1 Milliarden Dollar - den Ausschlag dafür gab aber eine Steuergutschrift von gut 1 Milliarde Dollar.

Die Zahl täglich aktiver Nutzer, denen Twitter Werbung zeigen kann, legte binnen drei Monaten von 134 auf 139 Millionen zu. Die Anzeigen gibt es auf der Website von Twitter sowie in hauseigenen Apps des Dienstes auf Mobil-Geräten zu sehen. Zugleich gibt es einige spezialisierte Programme zur Twitter-Nutzung ohne Werbung.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Braunkehlchen und Co. sind vögeliwohl auf dem Golfplatz Andermatt
Regional

Braunkehlchen und Co. sind vögeliwohl auf dem Golfplatz Andermatt

Der Betrieb eines Golfplatzes in Andermatt wirkt sich nicht negativ auf die lokale Vogelwelt aus. Zu diesem Schluss kommt die Vogelwarte Sempach, die zum Thema eine Langzeitstudie verfasst hat. Erfreulich entwickeln sich Braunkehlchen und Sumpfrohrsänger.

Gleich vier Zwischenfälle auf den Autobahnen rund um Luzern
Regional

Gleich vier Zwischenfälle auf den Autobahnen rund um Luzern

Wegen mehreren Unfällen und wegen eines Autobrands ist es im Luzerner Strassenverkehr am Montagmorgen zu Störungen gekommen. Eine Person wurde leicht verletzt.

Wir essen eine Menge von 27 Würfelzucker pro Person und Tag, 20 davon aus eigener Produktion
Schweiz

Wir essen eine Menge von 27 Würfelzucker pro Person und Tag, 20 davon aus eigener Produktion

Bei Zucker denkt man an Zuckerrohr und Karibik. 72 Prozent des Schweizer Zuckerbedarfs stammt aber aus Schweizer Produktion. Das sind fast 20 der 27 Stück Würfelzucker, die jede Schweizer Person pro Tag verzehrt. 1911 betrug der Selbstversorgungsgrad erst 3 Prozent.

Bayerns Kampfansage nach der Pause
Sport

Bayerns Kampfansage nach der Pause

Trainer Jürgen Klinsmann blieb mit Hertha Berlin gegen seinen Ex-Klub Bayern München chancenlos. Nach ansprechender erster Halbzeit kamen die Berliner gegen den Meister in der Schlussphase mit 0:4 unter die Räder.