Unispital Zürich prüft externe Anlaufstelle für Whistleblower


News Redaktion
Schweiz / 29.05.20 01:09

Nach den jüngsten Turbulenzen wegen Ungereimtheiten bei drei Spitzenmedizinern ergreift der Spitalrat des Universitätsspitals Zürich Massnahmen. Er will eine externe Anlaufstelle für Whistleblower schaffen, die Personen schützt, die Probleme kommunizieren.

Das Universitätsspital Zürich zieht aus den jüngsten Turbulenzen Konsequenzen. Es schafft eine externe Anlaufstelle für Whistleblower. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)
Das Universitätsspital Zürich zieht aus den jüngsten Turbulenzen Konsequenzen. Es schafft eine externe Anlaufstelle für Whistleblower. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

Das Universitätsspital Zürich müsse einen Kulturwandel einleiten. Die Leitung müsse klar kommunizieren, dass es nicht Verrat sei, wenn man Probleme melde, sagte Spitalratspräsident Martin Waser in einem Interview mit der NZZ (Freitagausgabe). In der Vergangenheit seien Meldungen von Whistleblowern zum Teil nicht behandelt worden.

Dass die Probleme nun an die Öffentlichkeit gelangten, liege auch an internen Streitigkeiten. In einem hochkompetitiven Umfeld seien Intrigen nichts Ungewöhnliches. Für viele sei es zentral, einmal in eine Chefposition zu kommen. Aber gegen oben werde es halt eng.

Die Rivalitäten, die zum Teil zwischen zwischen den Kliniken bestünden, seien aber auch eine Folge davon, dass um die Honorarverteilung gestritten werde. Das sei Gift für die Zusammenarbeit. Waser plädiert deshalb für Fixlöhne statt Honorare, die sich die Klinikdirektoren selber zuteilen könnten.

Es gehe dabei um viel Geld. Pro Jahr stünden rund 60 Millionen Franken zur Verfügung, die an die rund 44 Kliniken verteilt würden. Dabei komme es immer wieder auch zu komplizierten Abgrenzungsfragen. Wenn wir unter dem jetzigen System alles korrekt machen wollten, bräuchten wir 100 Leute, die das kontrollieren, sagte Waser.

In der Pflicht sieht Waser auch die Politik. Die gesetzliche Grundlage dazu müsste vom Kantonsrat kommen. Leider habe es der Rat verpasst, bei der Revision des Honorargesetzes wichtige Weichen zu stellen. Der Kantonsrat hatte eine Revision des Honorargesetzes Ende 2017 noch abgelehnt. Heute stünden die Vorzeichen anders, so Waser.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Feuer in Gewürzmühle in Hünenberg
Regional

Feuer in Gewürzmühle in Hünenberg

In einer Produktionsfirma ist am Montagnachmittag in einer Gewürzmühle ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr konnte die Flammen löschen. Beim Brandausbruch befanden sich rund 30 Mitarbeitende im Gebäude, diese konnten sich selbstständig in Sicherheit bringen. Verletzt wurde niemand.

Polen: keine Adoption für Homo-Paare
International

Polen: keine Adoption für Homo-Paare

Wenige Tage vor der Präsidentenwahl in Polen hat Amtsinhaber Andrzej Duda einen Vorschlag für eine Verfassungsänderung unterzeichnet, wonach gleichgeschlechtliche Paare von der Adoption von Kindern ausgeschlossen werden sollen.

28-Jähriger stürzt acht Meter in die Tiefe
Regional

28-Jähriger stürzt acht Meter in die Tiefe

Bei einem Arbeitsunfall am Sonntagabend in einem Stall in Niederurnen GL ist ein 28-jähriger Mann acht Meter in die Tiefe gestürzt. Er brach sich einen Arm und zog sich Verletzungen an Rücken sowie Becken zu.

Zürcher Grüne sollen Co-Präsidium erhalten
Regional

Zürcher Grüne sollen Co-Präsidium erhalten

Die Grünen Kanton Zürich werden voraussichtlich ein Co-Präsidium erhalten. Kantonsrätin Selma L'Orange Seigo und Unternehmer Simon Meyer sollen auf Marionna Schlatter folgen, die nach neun Jahren von der Parteispitze zurücktritt.