Uri will Tagesstrukturen in revidiertem Bildungsgesetz verankern


News Redaktion
Regional / 24.09.21 09:52

Das Angebot von Tagesstrukturen und Tagesschulen soll neu in Urner Bildungsgesetz aufgenommen werden. Der Regierungsrat hat eine Gesetzesrevision in die Vernehmlassung geschickt, die auch weitere Neuerungen enthält, etwa zu Langzeiturlaub oder Homeschooling.

Das Urner Bildungssystem soll ein zeitgemässes Gesetzeskleid erhalten. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)
Das Urner Bildungssystem soll ein zeitgemässes Gesetzeskleid erhalten. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

Der vorgesehene Artikel 27 des Bildungsgesetzes zu den Tagesstrukturen und Tagesschulen schaffe die Möglichkeit, dass die Kantonale Mittelschule Uri ihr aktuell laufendes Pilotprojekt einer Tagesschule weiterführen könne, heisst es in der Vorlage, die der Regierungsrat am Freitag veröffentlichte. Den Schulträgern lasse man maximalen Spielraum bei der praktischen Ausgestaltung.

Mit der Gesetzesanpassung kommt die Regierung einer Motion von Landrätin Céline Huber (CVP) nach, die eine Stärkung der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung im Kanton Uri forderte. Der Besuch der Angebote soll freiwillig sein, von den Erziehungsberechtigten könnten Kostenbeiträge erhoben werden.

Gleichwohl schreibt die Regierung, dass die Gesetzesrevision für Kanton und Gemeinden punktuell substanzielle finanzielle Wirkungen haben könnte. Dies sei nicht nur den Tagesstrukturen geschuldet, sondern auch dem Zusatz, wonach der Kanton Forschung fördert.

Weitere zusätzliche Kosten dürften bei der Schulsozialarbeit und wegen der neuen Altersreduktion für Teilzeitlehrpersonen entstehen. Im Gesetz festgehalten wird ferner die Unterstützung für Musikschülerinnen und -schüler auch nach der obligatorischen Schule.

Schliesslich sollen neu auch Langzeiturlaube für Schülerinnen und Schüler von Gesetzes wegen möglich sein. Die Bewilligung und Aufsicht von Privatschulen im Bereich der Sekundarstufe 2 soll vom Erziehungsrat an den Regierungsrat übergehen. Und Homeschooling wird im Gesetz explizit ausgeschlossen.

Die Vernehmlassung dauert bis am 23. Dezember 2021. Das revidierte Gesetz könnte am 1. Januar 2023 in Kraft treten, vorausgesetzt sind die Zustimmung von Landrat und Volk.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Zug und Bahn statt St. Galler Staatskarossen
Schweiz

Zug und Bahn statt St. Galler Staatskarossen

Im Kanton St. Gallen haben die Regierungsmitglieder keine Dienstfahrzeuge, es gibt aber vier Staatswagen. Damit wurden im letzten Jahr 36'414 Kilometer gefahren. Diese Angaben liefert die St. Galler Regierung in der Antwort auf einen Vorstoss der Grünen.

Zweiter Brand innert 24 Stunden im selben Hochhaus in Vernier GE
Schweiz

Zweiter Brand innert 24 Stunden im selben Hochhaus in Vernier GE

In einem Hochhaus in der Genfer Vorortsgemeinde Vernier ist in der Nacht auf Donnerstag zum zweiten Mal innert 24 Stunden ein Brand ausgebrochen. Mehrere Bewohnerinnen und Bewohner wurden vorübergehend evakuiert. Verletzt wurde niemand. Die Brandursache war unklar.

Pandemie-Folgen treffen Frauen und Männer im Arbeitsmarkt gleich
Schweiz

Pandemie-Folgen treffen Frauen und Männer im Arbeitsmarkt gleich

Berufstätige Mütter haben im ersten Coronajahr ihre Erwerbstätigkeit überdurchschnittlich häufig reduziert. Doch zu einer "She-cession", einer Rezession, die vor allem Frauen trifft, sei es auf dem Zürcher Arbeitsmarkt nicht gekommen, heisst es in einer Analyse.

Schweizer Leitindex SMI erreicht dank Nestlé neues Rekordhoch
Wirtschaft

Schweizer Leitindex SMI erreicht dank Nestlé neues Rekordhoch

Der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten hält zur Wochenmitte an und hievt nun den Schweizer Leitindex SMI auf ein neues Rekordhoch.