Urner Alp soll nach Felssturz mit Tunnel erschlossen werden


Roman Spirig
Regional / 09.07.19 16:38

Der Felsenweg auf die Urner Alp Alplen, der 2017 verschüttet wurde, soll nicht wiederhergestellt werden. Seit dem Felssturz, bei dem zwei Personen starben, besteht keine befahrbare Verbindung mehr zum Tal. Das soll sich ändern - mit einem 300 Meter langen Tunnel.

Die Hirteverwaltung Fiseten-Alplen, die die 566 Hektar grosse Alp Alplen der Korporation Uri bewirtschaftet, will die Erschliessung mit einem Tunnel wiederherstellen. Die Kosten belaufen sich auf 2,8 Millionen Franken. Der Kanton Uri soll sich mit einem Beitrag von 564'000 Franken beteiligen, wie die Regierung in einem Antrag ans Parlament schreibt.

Dazu kämen ein Naturgefahrenbeitrag des Kantons über 112'500 Franken, sowie Bundes- und Korporationsgelder. Die Restkosten will man mit Beiträgen Dritter oder Bankdarlehen finanzieren.

Von einer Wiederherstellung des Felsenwegs als Fahrweg raten die beigezogenen Geologen dringend ab. Dies würde Arbeiten im stark gefährdeten Felssturzbereich erfordern.

Im Oktober 2017 waren drei Bauarbeiter auf dem Felsenweg zwischen der Ruosalp und Alplen in der Gemeinde Unterschächen von 2000 Kubikmetern herabstürzendem Gestein überrascht und verschüttet worden. Zwei von ihnen starben, ein dritter Arbeiter konnte sich befreien und wurde verletzt ins Spital gebracht.

Bis zum Felssturz wurden auf die zwischen 1520 und 2250 Meter über Meer gelegene Alp durchschnittlich 19 Milchkühe, 230 Stück Jungvieh, 78 Milchziegen und 914 Schafe aufgetrieben. Die Alp bietet während der Alpzeit vier Personen eine Vollzeitbeschäftigung. Sie verarbeiten rund 38'000 Kilogramm Kuh- und Ziegenmilch zu Käse.

Zum Transport der Tiere wurde im Jahr 2018 als Übergangslösung eine mobile Transportseilbahn erstellt. Dies sei aber keine nachhaltige, dauerhafte Lösung, heisst es im Bericht. Für einen Tunnel sprechen die kurze Bauzeit, die geringen Auswirkungen auf Natur- und Landschaft sowie die tiefsten Unterhaltskosten. Die Hirteverwaltung Fiseten-Alplen plant, das Projekt in den Jahren 2020 bis 2022 zu realisieren.

(sda)


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