Urner FDP-Regierungsrat Roger Nager kündigt Rücktritt an


News Redaktion
Regional / 26.10.22 11:57

Der Urner Baudirektor Roger Nager (FDP) wird 2024 nicht zur Wiederwahl für den Regierungsrat antreten. Der 52-jährige Andermatter teilte am Mittwoch mit, er beende nach 20 Jahren Exekutivpolitik seine Tätigkeit und sei gespannt, "welche Türen nun aufgehen" würden.

Der Urner Regierungsrat Roger Nager beendet 2024 seine politische Exekutivkarriere. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Der Urner Regierungsrat Roger Nager beendet 2024 seine politische Exekutivkarriere. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

"Heute gebe ich nach einjähriger Bedenkzeit meinen Rücktritt aus dem Regierungsrat per Ende der Legislaturperiode bekannt", wird Nager in der Medienmitteilung zitiert. Die Amtszeit dauert bis im Mai 2024. Es sei der richtige Zeitpunkt für den Start in einen neuen Lebensabschnitt.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärte Nager zum Entscheid, er habe nach seinem 50. Geburtstag sein Leben reflektiert und sich gefragt, was er bisher geleistet habe und was er mit der verbleibenden Arbeitszeit noch machen wolle. Konkrete Pläne habe er aber noch nicht.

2004 wurde der ausgebildete Elektroinstallateur in den Gemeinderat von Andermatt gewählt, dessen Präsidium er 2011 übernahm. 2016 trat er als wilder Kandidat bei den Regierungsratswahlen an und schaffte im ersten Wahlgang überraschend den Einzug in die kantonale Exekutive.

Dort stand er fortan der Baudirektion des Gebirgskantons mit seinen 153 Kilometern Kantonsstrasse vor. 2018 bis 2020 amtete Nager zudem als Landammann. Die vergangenen zwanzig Jahre seien spannend und vielfältig gewesen, hätten ihn aber auch viel Zeit und Energie gekostet.

Seine Partei, die FDP, habe bereits im Frühling eine Umfrage bei ihren Urner Exponenten gemacht zu deren weiteren politischen Absichten. Mit seinem Entscheid gebe er der Partei genügend Zeit für die Nachfolgeregelung, sagte Nager.

Er werde in seiner verbleibenden Amtszeit bis Mitte 2024 mit hoher Motivation und viel Energie für Uri und die Baudirektion im Einsatz sein, hielt er fest. In Nagers Amtszeit fielen Grossprojekte wie der Um- und Neubau des Kantonsspitals und des Kantonsbahnhofs in Altdorf.

Beschäftigt hat ihn auch die West-Ost-Verbindung (Wov) im Urner Talboden, das Ringen um die neue Axenstrasse sowie der Baustart der zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels. Im Parlament konnte der Baudirektor auf einen soliden Rückhalt zählen, immer wieder musste er Fragen zu Kosten von Bauprojekten beantworten. Holprig war sein Weg zur Wov-Umfahrung, mit dem Baustart im September kam Nager aber ins Ziel.

Als Herausforderungen für seine Nachfolgerin oder seinen Nachfolger bezeichnete er die Verhandlungen der Wasserkraftwerkkonzessionen. Auch die Urner Strasseninfrastruktur sei in die Jahre gekommen und müsse unterhalten werden, zudem sei in Uri mit der Klimaerwärmung zunehmend mit Lawinen und Steinschlägen zu rechnen.

Die Gesamterneuerungswahlen im Kanton Uri finden am 3. März 2024 statt. In der siebenköpfigen Regierung hat die FDP zwei Sitze, die Mitte drei und SP sowie SVP je einen.

(sda)


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