Urner Regierung will keine eigene Solarstrom-Gesellschaft gründen


Roman Spirig
Regional / 14.01.22 16:47

Der Urner Regierungsrat hält es nicht für notwendig, in den Solarstrommarkt einzugreifen. Er lehnt es daher ab, eine kantonale Photovoltaik-Kraftwerk-Gesellschaft zu gründen, wie dies eine Motion aus den Reihen der Grünen verlangt. Offen ist er dagegen für eine Photovoltaik-Pflicht bei Dachsanierungen.

Urner Regierung will keine eigene Solarstrom-Gesellschaft gründen (Foto: KEYSTONE / GAETAN BALLY)
Urner Regierung will keine eigene Solarstrom-Gesellschaft gründen (Foto: KEYSTONE / GAETAN BALLY)

Eveline Lüönd (Grüne) ortet im Kanton Uri mit Blick auf das unausgeschöpfte Solarenergiepotenzial Handlungsbedarf. Dazu braucht es in ihren Augen aber eine finanzstarke lnvestorin. Daher fordert sie eine gemischtwirtschaftliche Unternehmung zum Bau und Betrieb von Solarstrom-Kraftwerken, an welcher der Kanton einen Anteil von mindestens 51 Prozent am Eigenkapital hält.

Die grossen Dächer von industriellen, gewerblichen und landwirtschaftlichen Bauten sowie von grossen Wohnbauten würden für die Solarstromproduktion viel zu wenig genutzt, hält Lüönd fest. Das Engagement der öffentlichen Hand in der Stromerzeugung habe lange Tradition.

Der Vorschlag fällt bei der Urner Regierung allerdings durch, wie diese in ihrer am Freitag veröffentlichten Antwort auf die Motion schreibt. Sie begründet dies mit der zunehmend gegebenen Wirtschaftlichkeit von Solarstromanlagen, die sich auch in der stark gestiegenen Nachfrage deutlich zeige.

Sie wolle nicht in einen Bereich eingreifen, in dem in den letzten Jahren ein Markt entstanden sei. So seien die Investitionskosten bei Solaranlagen deutlich gesunken. Dazu gebe es bereits verschiedene Förderinstrumente.

Das heisse aber nicht, dass man nicht bereit sei, die Solarstromproduktion weiter zu steigern. So spricht sich der Regierungsrat für eine Motion von Landrätin Chiara Gisler (Juso/SP) aus, die eine Solaranlagen-Pflicht für Neubauten und bei wesentlichen Dachsanierungen fordert. Dies soll im Rahmen der anstehende Revision des kantonalen Energiegesetzes geschehen.

Anders als in der Motion verlangt, sollen bestehende Bauten aber nicht bis 2030 mit Solaranlagen versehen werden müssen. Dies sei zu ambitiös. Auch zinslose Darlehen durch den Kanton seien aufgrund des Marktes nicht notwendig.

Der Landrat berät in seiner Sitzung vom 9. Februar über die beiden Motionen.

(sda)


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