USA halten wegen Delta-Variante an Reisebeschränkungen fest


News Redaktion
International / 26.07.21 20:38

Die USA wollen die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen für Reisende aus Europa und anderen Staaten vorerst nicht aufheben. "Wegen der Delta-Variante werden wir die bestehenden Reisebeschränkungen an dieser Stelle beibehalten", sagte die Sprecherin des Weissen Hauses, Jen Psaki, am Montag. US-Präsident Joe Biden hatte beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Mitte Juli eine baldige Entscheidung zum Thema angekündigt. Bei vielen hatte das die Hoffnung auf eine Lockerung geweckt.

Jen Psaki, Pressesprecherin des Weißen Hauses, spricht während des täglichen Presse-Briefings im Weißen Haus. Die USA wollen die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen für Reisende aus Europa und anderen Staaten vorerst nicht aufheben. Foto: Susan Walsh/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Susan Walsh)
Jen Psaki, Pressesprecherin des Weißen Hauses, spricht während des täglichen Presse-Briefings im Weißen Haus. Die USA wollen die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen für Reisende aus Europa und anderen Staaten vorerst nicht aufheben. Foto: Susan Walsh/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Susan Walsh)

Wegen der ansteckenderen Delta-Variante würden die Corona-Fallzahlen steigen - vor allem unter den Ungeimpften, betonte Psaki nun. Und es scheint wahrscheinlich, dass sich das in den kommenden Wochen fortsetzen wird. Zwar sei die Variante auch in den USA mittlerweile dominant. Das heisse aber nicht, dass es der richtige Schritt sei, mehr Menschen mit Delta-Variante in den USA zu haben. Auf die Frage, für wie lange die Beschränkungen aufrechterhalten würden, sagte Psaki: Nichts ist unbegrenzt. Es gebe aktuell aber keinen Zeitplan.

Die EU hatte die Mitgliedsstaaten bereits im vergangenen Monat aufgefordert, Beschränkungen für Reisende aus den USA und mehreren anderen Ländern schrittweise aufzuheben. Deutschland hatte daraufhin Einreisen unter anderem aus den USA zu allen zulässigen Aufenthaltszwecken einschliesslich Tourismus wieder erlaubt.

Dass die USA im Gegenzug ihre Einschränkungen für Reisende aus Europa nicht lockerten, sorgte für Kritik unter anderem aus der deutschen Wirtschaft. Eine Einreise etwa aus dem Schengen-Raum in die USA ist für Ausländer in der Regel weiterhin nur mit Ausnahmegenehmigung möglich. Die Biden-Regierung hat stets betont, sie lasse sich bei ihren Entscheidungen in der Pandemie von wissenschaftlichen Erkenntnissen leiten.

Vor Merkels Treffen mit Biden hatten sich Industrie und Tourismusbranche, aber auch Reisende Bewegung bei dem Thema erhofft. Die Bundeskanzlerin hatte erklärt, das Thema bei dem Gespräch mit Biden angesprochen zu haben. Es müsse eine nachhaltige Entscheidung getroffen werden, die nicht nach kurzer Zeit wieder zurückgenommen werde, hatte sie gesagt. Biden war auf der gemeinsamen Pressekonferenz wenig konkret geworden - hatte aber zumindest eine baldige Ankündigung in Aussicht gestellt.

Bidens Vorgänger Donald Trump hatte im März 2020 einen Einreisestopp für Ausländer aus weiten Teilen Europas angeordnet. Derzeit dürfen Reisende aus dem Schengenraum, Grossbritannien und Irland bis auf Ausnahmen nicht in die USA einreisen. Auch für Ausländer aus Indien, China, Brasilien, Südafrika und dem Iran gilt ein prinzipielles Einreiseverbot in die USA.

Trump hatte bereits im Januar - kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt - ein Ende des Einreiseverbots aus Europa angeordnet. Sein Nachfolger Biden lehnte die Lockerung mitten in der Pandemie aber ab - somit trat Trumps Entscheidung nie in Kraft. Damals war die Corona-Lage in den USA wie auch in Europa noch dramatisch.

Inzwischen hat sich die Situation angesichts von fortschreitenden Impfkampagnen auf beiden Seiten des Atlantiks zwar deutlich gebessert. Wegen der Delta-Variante steigen die Fallzahlen sowohl in den USA als auch in Europa aber wieder deutlich an. Die USA kommen mittlerweile beim Impfen nicht mehr so schnell voran wie erhofft. Gut 49 Prozent der Gesamtbevölkerung sind vollständig geimpft. Besonders in Regionen mit niedriger Impfquote spitzt sich die Corona-Lage langsam wieder zu.

(sda)


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