Sechs Personen aus Lawine bei Andermatt geborgen


SDA
/ 26.12.19 17:14

Nach dem Lawinenniedergang am Donnerstagvormittag auf eine Skipiste am Oberalppass bei Andermatt haben Rettungskräfte bislang sechs Personen geborgen. Zwei von ihnen sind leicht verletzt. Am frühen Abend war die Suche nach weiteren Verschütteten nicht abgeschlossen.

"Wir suchen, bis wir den ganzen Lawinenkegel abgesucht haben und zu hundert Prozent sicher sind, dass niemand mehr unter der Schneemasse liegt", sagte Reto Pfister am späten Donnerstagnachmittag vor den Medien in Andermatt. Pfister ist Kommandant der Urner Kantonspolizei. Wie lange diese Suche noch dauern wird, konnte er nicht sagen. Sicher, bis es dunkel ist. Allenfalls wird sie am Freitagmorgen fortgesetzt.

Auch wenn bislang keine Vermisstmeldungen eingegangen seien, könne man noch nicht sicher sein, dass sich niemand mehr unter der Schneemasse befinde, sagte Pfister.

Von den sechs Geborgenen blieben vier Personen unverletzt, sie konnten sich teilweise selbständig aus den Schneemassen befreien. Zwei weitere Personen wurden leicht verletzt und mit der Rega ins Spital geflogen, wie Pfister sagte. Eine Person konnte das Spital bereits wieder verlassen. Alle sechs Verschütteten sind Schweizer, Kinder seien keine betroffen.

Die Lawine löste sich am Donnerstagvormittag um 10.47 Uhr im Gebiet Oberalppass/Felli und donnerte auf eine Skipiste. Diese war an dem Morgen in dieser Saison zum ersten Mal geöffnet, sagte Stefan Kern, Mediensprecher der Skiarena Andermatt-Sedrun, vor den Medien. Sie musste erst noch präpariert und gesichert werden.

Der Lawinenkegel ist 60 Meter breit und 300 Meter lang. Es handle sich um eine sogenannte Gleitschneelawine, wie Pfister sagte. Im Einsatz standen über 60 Rettungskräfte unter anderem von der Alpinen Rettung, der Rega, der Skiarena-Pistenrettung, des Rettungsdiensts sowie fünf Suchhunde. Mehrere Zivilpersonen leisteten spontane Hilfe.

Warum sich die Lawine löste, ist noch unklar. Die Ermittlungen seien im Gang, sagte Pfister. Strafanträge wurden noch keine gestellt, die Staatsanwaltschaft sei über den Vorfall aber informiert worden. Für Angehörige wurde eine Hotline eingerichtet.

Laut dem Institut für Schnee- und Lawinenforschung gilt für die Region Andermatt die Gefahrenstufe 3 "erheblich". Viel Neuschnee und Triebschnee der vergangenen drei Tage bildeten die Hauptgefahr. Lawinen könnten schon von einzelnen Wintersportlern ausgelöst werden und gefährlich gross werden.

Erst im Februar war in Crans-Montana VS eine Lawine auf eine Skipiste gedonnert. Das Lawinenunglück forderte ein Todesopfer. Der 34-jährige Franzose verstarb im Spital, nachdem er zuvor schwer verletzt aus den Schneemassen geborgen und ins Spital eingeliefert worden war. Er arbeitete als Pistenpatrouilleur im Skigebiet. Drei weitere Personen wurden verletzt.

(sda)


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