US-Anwalt Avenatti wegen Erpressungsversuchs gegen Nike verurteilt


News Redaktion
International / 14.02.20 23:34

Der umstrittene US-Staranwalt Michael Avenatti ist wegen eines Erpressungsversuchs gegen den Sportartikelhersteller Nike verurteilt worden. Eine Jury in New York sprach am Freitag den 48-Jährigen schuldig. Das Strafmass soll am 17. Juni verkündet werden.

Der amerikanische Staranwalt Michael Avenatti ist am Freitag wegen eines Erpressungsversuchs für schuldig befunden worden - nun wird das Strafmass gegen ihn bestimmt. (FOTO: KEYSTONE/AP/Craig Ruttle)
Der amerikanische Staranwalt Michael Avenatti ist am Freitag wegen eines Erpressungsversuchs für schuldig befunden worden - nun wird das Strafmass gegen ihn bestimmt. (FOTO: KEYSTONE/AP/Craig Ruttle)

Avenatti war zur Last gelegt worden, von Nike rund 20 Millionen Dollar gefordert zu haben. Er soll gedroht haben, ansonsten schädigende Informationen über den Sportartikelhersteller in einem Skandal um Hochschulbasketballspieler publik zu machen. Im März 2019 war er deswegen vorübergehend festgenommen worden.

Avenatti war als Anwalt der Pornodarstellerin Stormy Daniels über die Grenzen der USA hinaus bekannt geworden. Die Darstellerin mit dem bürgerlichen Namen Stephanie Clifford hatte nach eigenen Angaben im Jahr 2006 Sex mit dem verheirateten Trump. Kurz vor der Präsidentschaftswahl 2016 erhielt sie im Zuge einer Schweigevereinbarung 130000 Dollar.

Diese Vereinbarung wollte sie später gerichtlich für nichtig erklären lassen - Avenatti vertrat sie in dem Fall. Die rechtliche Auseinandersetzung mit dem Präsidenten artete zwischenzeitlich in eine öffentlich geführte Schlammschlacht aus. Im vergangenen März beendete Stormy Daniels die Zusammenarbeit mit Avenatti.

Der mediengewandte Anwalt mit der markanten Glatze wurde als Trump-Kritiker regelrecht zum Star. Zwischenzeitlich wurden ihm sogar Ambitionen auf eine Präsidentschaftskandidatur nachgesagt. Er arbeitete auch als Opfer-Anwalt im Fall um die Missbrauchsvorwürfe gegen den R&B-Sänger R. Kelly.

Es ist nicht der einzige Skandal, in den der Anwalt verwickelt ist: Im April wurde in Los Angeles Anklage gegen ihn wegen Diebstahls, Bankenbetrugs und Steuerhinterziehung erhoben. Dem 48-Jährigen wird vorgeworfen, Millionen von Dollar von seinen Kunden gestohlen haben. Der Prozess soll am 19. Mai beginnen.

Ein weiterer Prozess steht Avenatti in Manhattan bevor. Der Anwalt soll Dokumente gefälscht haben, um an 300000 Dollar zu gelangen, die eigentlich als Vorauszahlung für Stormy Daniels für ihre Memoiren gedacht waren. Dieser Prozess soll am 21. April beginnen.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

In Emmen schafften vier der fünf Gemeinderäte die Wiederwahl
International

In Emmen schafften vier der fünf Gemeinderäte die Wiederwahl

In Emmen haben vier der fünf Gemeinderäte am Sonntag die Wiederwahl geschafft. Der Bisherige Josef Schmidli von der CVP und die SVP-Herausforderin Ibolyka Lütolf verpassten das absolute Mehr und müssen in den zweiten Wahlgang.

Wahlumfrage - Grosse Koalition wieder mit Mehrheit in Deutschland
International

Wahlumfrage - Grosse Koalition wieder mit Mehrheit in Deutschland

Die Grosse Koalition erreicht in der deutschen Wählergunst erstmals seit Juni 2018 wieder 50 Prozent der Stimmen. Das geht aus dem Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Kantar für "Bild am Sonntag" erhebt, hervor.

SFL-CEO Schäfer hofft auf Wiederbeginn im Juni
Sport

SFL-CEO Schäfer hofft auf Wiederbeginn im Juni

Claudius Schäfer, der Geschäftsführer der Swiss Football League, bekräftigt in einem Interview gegenüber der "NZZ", alles daran setzen zu wollen, die Saison trotz der Corona-Pandemie zu beenden.

Plácido Domingo nach Coronavirus-Infektion aus dem Spital entlassen
International

Plácido Domingo nach Coronavirus-Infektion aus dem Spital entlassen

Nach seiner Infektion mit dem neuartigen Coronavirus ist der spanische Opernstar Plácido Domingo aus dem Spital entlassen worden. Er habe seinen Klinikaufenthalt im mexikanischen Acapulco beendet, sei nun wieder zu Hause und fühle sich gut.