US-Gouverneur ruft nach Protesten in Minneapolis Notstand aus


News Redaktion
International / 29.05.20 01:33

Nach gewaltsamen Protesten wegen des Todes eines Afroamerikaners bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis hat der Gouverneur des US-Bundesstaats Minnesota die Nationalgarde mobilisiert.

Wegen Protesten in Minneapolis nach dem Tod eines Afro-Amerikaners hat der Gouverneur des Bundesstaates Minnesota die Nationalgarde aufgeboten. (FOTO: KEYSTONE/EPA/JUSTIN LANE)
Wegen Protesten in Minneapolis nach dem Tod eines Afro-Amerikaners hat der Gouverneur des Bundesstaates Minnesota die Nationalgarde aufgeboten. (FOTO: KEYSTONE/EPA/JUSTIN LANE)

Gouverneur Tim Walz erklärte am Donnerstag (Ortszeit) einen Notstand für Minneapolis und umliegende Gebiete, wie aus seiner Verfügung hervorging. Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd (46) war es in Minneapolis in der Nacht zu Donnerstag zu schweren Ausschreitungen gekommen.

In der Anordnung des Gouverneurs hiess es, friedliche Demonstrationen seien weiterhin erlaubt. Ausschreitungen bedrohten aber auch die Sicherheit friedlicher Demonstranten.

Auslöser für die Wut und Empörung der Demonstranten war ein rund zehn Minuten langes Video von Floyds Tod, das sich wie ein Lauffeuer auf sozialen Medien verbreitete: Ein weisser Polizist drückte sein Knie mehrere Minuten lang an den Hals des 46-Jährigen, der wiederholt um Hilfe flehte, bevor er das Bewusstsein verlor.

Wiederholt sagte der Afroamerikaner: Ich kann nicht atmen. Er starb kurz danach in einem nahen Krankenhaus. Die insgesamt vier involvierten Polizisten wurden entlassen, aber bislang nicht festgenommen.

Die Bundespolizei FBI und die örtliche Staatsanwaltschaft erklärten am Donnerstag in einer gemeinsamen Stellungnahme, den Ermittlungen und einer möglichen Anklage werde höchste Priorität gegeben. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump eine beschleunigte Untersuchung versprochen. Trump sagte am Donnerstag im Weissen Haus, er habe sich das Video angeschaut. Das war eine sehr schlechte Sache, die ich gesehen habe. Auf Nachfrage sagte der Präsident, mit Floyds Familie habe er bislang noch nicht gesprochen.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Hongkong schliesst Schulen nach neuem Coronavirus-Ausbruch
International

Hongkong schliesst Schulen nach neuem Coronavirus-Ausbruch

Als Reaktion auf einen neuen Coronavirus-Ausbruch werden Schulen und Kindergärten in Hongkong wieder geschlossen. Die Sommerferien beginnen damit am Montag eine Woche früher als geplant.

Deutsches Verfassungsgericht mit ostdeutscher Richterin
International

Deutsches Verfassungsgericht mit ostdeutscher Richterin

30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung spricht am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe erstmals eine Juristin aus Ostdeutschland Recht.

Erste Amtshandlung nach Corona-Test: Bolsonaro blockiert Hilfspaket
International

Erste Amtshandlung nach Corona-Test: Bolsonaro blockiert Hilfspaket

Kein Kurswechsel trotz Corona-Diagnose: Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat als erste Amtshandlung nach seinem positiven Corona-Test sein Veto gegen ein Hilfspaket für Indigene und Afrobrasilianer während der Pandemie eingelegt.

Ungewissheit nach Tod von Regierungschef von Côte d’Ivoire
International

Ungewissheit nach Tod von Regierungschef von Côte d’Ivoire

Nach dem plötzlichen Tod des Regierungschefs von Côte d’Ivoire und Favoriten für das Präsidentenamt, Amadou Gon Coulibaly, herrscht Ungewissheit über die politische Zukunft des Landes.