Verletzungs- und Selektionssorgen vor der EM


News Redaktion
Sport / 15.01.22 05:03

St. Moritz wäre eigentlich ein gutes Pflaster für EM-Medaillen der Schweizer Bobfahrer. Am Wochenende stehen aber Verletzungssorgen und das Bangen um den Olympiaplatz eher im Fokus.

Wollen in St. Moritz wie im letzten Jahr brillieren und der Schweiz einen zweiten Olympia-Quotenplatz sichern: die Bob-Pilotinnen Melanie Hasler (li.) und Martina Fontanive (FOTO: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)
Wollen in St. Moritz wie im letzten Jahr brillieren und der Schweiz einen zweiten Olympia-Quotenplatz sichern: die Bob-Pilotinnen Melanie Hasler (li.) und Martina Fontanive (FOTO: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Auch nach sieben von acht Weltcup-Wochenenden stehen die Schweizer Bobfahrerinnen und Bobfahrer noch ohne Podestplatz da. Am Wochenende, wenn es auch um die EM-Medaillen geht, fallen die starken Kanadier und Amerikaner aber aus der EM-Wertung, ausserdem geniessen die Athleten von Swiss Sliding im einzigen Natureis-Kanal Heimvorteil. Edelmetall darf dennoch nicht unbedingt erwartet werden.

Mit Simon Friedli fehlt der Pilot, der im Zweier mit drei 5. Plätzen dem Podest am nächsten kam, wegen einem Muskelfaserriss in der Wade. Das Schweizer Aushängeschild Michael Vogt fuhr zwar so konstant wie noch nie, klassierte sich aber meistens in der Region der Plätze 6 bis 10. Ausserdem fehlt ihm wegen der gleichen Verletzung wie bei Friedli sein bester Anschieber Sandro Michel. An den Deutschen, dem Österreicher Benjamin Maier oder dem zuletzt sehr starken Briten Brad Hall vorbeizukommen wird deshalb trotz starker Trainingsresultate schwierig.

Im Olympia Bobrun wird nur ein Schweizer Schlitten an den Start gehen. Die nominelle Nummer 3 Michael Kuonen befindet sich in Corona-Isolation und Cédric Follador ist im Europacup so gut klassiert, dass die Chance grösser ist, dort einen dritten Schweizer Weltcup-Startplatz für die nächste Saison zu holen.

Während bei den Männern Vogt und Friedli die Olympia-Qualifikation auf sicher haben, gilt dies bei den Frauen erst für Melanie Hasler. Die Aargauerin ist allerdings nach einer Muskelverletzung körperlich noch nicht wieder bei hundert Prozent. Martina Fontanive braucht aus dem Rennen im Monobob (Samstag) und Zweier (Sonntag) noch einen Top-8-Platz, um die Selektionskriterien von Swiss Olympic zu erfüllen. Damit wäre es aber noch nicht getan: Die beiden Schweizerinnen brauchen wohl vier Top-Ergebnisse, um sich einen zweiten Olympia-Quotenplatz zu sichern.

Beide wissen, wie man in St. Moritz aufs Podest fährt. Im letzten Jahr belegte Hasler mit Irina Strebel den 3. Platz im Zweier, Fontanive wurde Dritte im Monobob.

Die Weltcup-Saison geht im Engadin zu Ende, dann folgen zwei Wochen Pause, ehe die Schweizer am 30. Januar nach Peking fliegen. Die Devise bis dann: sich möglichst in Topform bringen - und vor allem nicht das Coronavirus einfangen.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Feuerwerk-Vulkan löste an Silvester Kellerbrand in Reussbühl LU aus
Regional

Feuerwerk-Vulkan löste an Silvester Kellerbrand in Reussbühl LU aus

Die Ursache eines Kellerbrands in der Silvesternacht im Luzerner Stadtteil Reussbühl ist geklärt: Ein Feuerwerk-Vulkan entzündete das Feuer. Der dafür verantwortliche Mann wird wegen fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst angezeigt

Ein Jahr Biden: Enttäuschte Hoffnungen und Sorge um die Demokratie
International

Ein Jahr Biden: Enttäuschte Hoffnungen und Sorge um die Demokratie

Unter Donald Trumps Gegnern herrschte nach der Wahl in den USA fast grenzenlose Begeisterung: "Unser langer nationaler Alptraum ist vorüber", hiess es damals in einem Kommentar der "Washington Post" zum Sieg von Joe Biden.

Londons Bürgermeister will Autoverkehr bis 2030 deutlich reduzieren
International

Londons Bürgermeister will Autoverkehr bis 2030 deutlich reduzieren

Der Bürgermeister von London, Sadiq Khan, will die in der britischen Hauptstadt mit dem Auto gefahrenen Kilometer bis zum Jahr 2030 um mehr als ein Viertel reduzieren. Das ist Teil eines Plans, mit dem der Labour-Politiker die Stadt bis 2030 klimaneutral machen will. Khan rief am Dienstag die britische Regierung dazu auf, London dabei finanziell zu unterstützen - insbesondere bei der Verkehrswende. Die riesige Aufgabe könne die Stadt nicht alleine bewältigen. Londonerinnen und Londoner sollen in einen Beratungsprozess über die Massnahmen eingebunden werden.

UN-Chef: Fehlende globale Solidarität lähmt Weltwirtschaft
International

UN-Chef: Fehlende globale Solidarität lähmt Weltwirtschaft

Fehlende globale Solidarität lähmt nach Ansicht der Vereinten Nationen die Erholung der Weltwirtschaft.