Verzögerungen bei Impfstoffen: EU erhöht Druck auf Hersteller


News Redaktion
International / 24.01.21 13:09

EU-Ratspräsident Charles Michel hat die Hersteller von Corona-Impfstoffen angesichts von Lieferverzögerungen vor möglichen Konsequenzen gewarnt.

Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, spricht auf einer Pressekonferenz am Ende eines EU-Videogipfeles. Foto: Olivier Hoslet/Pool EPA/AP/dpa (FOTO: Keystone/Pool EPA/AP/Olivier Hoslet)
Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, spricht auf einer Pressekonferenz am Ende eines EU-Videogipfeles. Foto: Olivier Hoslet/Pool EPA/AP/dpa (FOTO: Keystone/Pool EPA/AP/Olivier Hoslet)

Wir erwarten, dass die von den Pharmaunternehmen bestätigten Verträge eingehalten werden, sagte Michel am Sonntag dem französischen Sender Europe 1. Um die Einhaltung der Verträge zu gewährleisten, könne die EU auch juristische Mittel nutzen.

Man verstehe, dass es Probleme geben könne, erklärte Michel. Es brauche aber Klarheit über die Gründe. So habe Pfizer anfangs Verzögerungen von Impfstofflieferungen von mehreren Wochen angekündigt. Nachdem man mit der Faust auf den Tisch gehauen habe, sei es dann aber nur noch um eine Woche gegangen.

Nach der Pharmaunternehmen-Kooperation aus Biontech und Pfizer hatte am Freitag auch der Hersteller Astrazeneca angekündigt, zeitweise weniger Impfstoff liefern zu können als ursprünglich geplant. Grund sei eine geringere Produktion an einem Standort in der europäischen Lieferkette, hiess es. Nach Angaben aus der EU-Kommission soll es nun an diesem Montag ein weiteres Treffen des Lenkungsausschusses zur EU-Impfstrategie zu den Verzögern geben.

Die Brüsseler Behörde geht eigentlich davon aus, dass die Mitgliedstaaten mit den von ihr eingekauften Impfstoffen bis Ende des Sommers mindestens 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung impfen können. EU-Ratspräsident Charles Michel räumte am Sonntag ein, dass dieses Ziel nur schwierig zu realisieren sein werde.

Das britisch-schwedische Unternehmen Astrazeneca hat seinen Impfstoff zusammen mit der britischen Universität Oxford entwickelt. Er wird in Grossbritannien bereits genutzt. Für diese Woche wird auch eine Zulassung in der Europäischen Union erwartet.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Schweiz

"Nicht unerwartet positiv getestet": Beginn der Pandemie in Zürich

Ein Jahr Ausnahmezustand: Am 27. Februar 2020 meldete die Zürcher Gesundheitsdirektion den ersten positiven Corona-Test. "Nicht unerwartet wurde heute Nachmittag im Kanton Zürich die erste Patientin positiv getestet", hiess es in der Medienmitteilung damals.

Benedict Wells über Schmerz und Euphorie des Erwachsenwerdens
Schweiz

Benedict Wells über Schmerz und Euphorie des Erwachsenwerdens

In "Hard Land" begleitet Benedict Wells seinen Helden Sam durch die 1980er-Jahre im ländlichen Missouri und erzählt mit viel Schmelz vom Schmerz des Erwachsenwerdens. Ein Entwicklungsroman mit poppigem Soundtrack.

Olivier Gerber wird neuer Leiter des Obwaldner Gesundheitsamts
Regional

Olivier Gerber wird neuer Leiter des Obwaldner Gesundheitsamts

Der Kanton Obwalden erhält einen neuen Leiter für das Gesundheitsamt. Olivier Gerber tritt die Stelle im Finanzdepartement am 1. März an. Er folgt auf Patrick Csomor, der den Kanton nach über sechs Jahren Ende Februar verlässt.

Drei Personen bei Auffahrunfall in Inwil verletzt
Regional

Drei Personen bei Auffahrunfall in Inwil verletzt

Bei einem Auffahrunfall sind am Donnerstagabend in Inwil LU drei Personen verletzt worden. Ein Auto, das von Giskon Richtung Inwil unterwegs war, fuhr in Ober Pfaffwil praktisch ungebremst in einen Personenwagen, der wegen einer Baustelle angehalten hatte, wie die Luzerner Polizei am Freitag mitteilte.