Video: Gut-Behrami und Suter strahlen in der Sonne von Crans-Montana


Roman Spirig
Sport / 21.02.20 14:44

Lara Gut-Behrami kehrt beim Heimweltcup in Crans-Montana zum Siegen zurück. Die Tessinerin gewinnt in der Abfahrt überlegen vor ihrer Landsfrau Corinne Suter und der Österreicherin Stephanie Venier. Entsprechend glücklich zeigen sich Gut-Behrami und Suter nach der Siegerehrung bei uns im Interview.

Für Gut-Behrami war es der 25. Weltcup-Triumph, der achte in der Abfahrt und der erste seit über zwei Jahren. Zuletzt stand die 28-Jährige am 21. Januar 2018 beim Super-G in Cortina d'Ampezzo zuoberst auf dem Podest. In der ersten von zwei Weltcup-Abfahrten im Walliser Skiort gelang ihr eine perfekte Fahrt; sie distanzierte die Konkurrenz um acht Zehntel und mehr.

Obschon sie vor Monatsfrist als Dritte des Super-G in Bansko bereits einmal in dieser Saison den Sprung aufs Podium geschafft hat, kommt der Triumph von Gut-Behrami in Crans-Montana überraschend. Zwei 10. Plätze in Bansko und in Zauchensee waren für die Gesamtweltcup-Siegerin von 2015/16 in diesem Winter bislang die besten Klassierungen in der Abfahrt.


Als Zweite sorgte Corinne Suter beim Heimrennen für einen Schweizer Doppelsieg, Joana Hählen rundete das ausgezeichnete Teamergebnis mit Platz 7 ab. Suter konnte dank ihrem fünften Podestplatz in diesem Winter die Führung im Abfahrts-Weltcup ausbauen. Ihr Vorsprung auf die zweitplatzierte Tschechin Ester Ledecka beträgt bei zwei ausstehenden Rennen 120 Punkte.

Damit könnte sich die 25-jährige Schwyzerin bereits in der zweiten Abfahrt in Crans-Montana am Samstag die kleine Kristallkugel sichern. Die zweifache WM-Medaillengewinnerin von Are wäre die erste Schweizerin seit Chantal Bournissen 1991, welche die Abfahrtswertung für sich entscheiden würde.

In Crans-Montana, das die vor drei Wochen in Rosa Chutor abgesagte Abfahrt übernommen hat, stehen an diesem Wochenende noch zwei weitere Rennen im Programm. Am Samstag folgt im Walliser Skigebiet die ursprünglich geplante Abfahrt, am Sonntag wird eine Kombination durchgeführt.

Die Bildstrecke der Schweizer Strahlefrauen Gut-Behrami und Suter gibt es hier. 


Video: Gut-Behrami und Suter strahlen in der Sonne von Crans-Montana (Foto: KEYSTONE / AP / Gabriele Facciotti)
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(Foto: KEYSTONE / CYRIL ZINGARO)
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(Foto: KEYSTONE / AP / Gabriele Facciotti)
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(Foto: KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT)
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(Foto: KEYSTONE / AP / Alessandro Trovati)
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Das grosse Interview mit Lara Gut-Behrami nach dem Befreiungsschlag

Lara Gut-Behrami, welche Emotionen verspüren Sie nach Ihrem ersten Sieg nach mehr als zwei Jahren?

"Ich war noch nie eine, die nach Siegen eine riesige Party machte. Aber natürlich freue ich mich und bin ich sehr zufrieden. Wonach wir lange gesucht und woran wir lange gearbeitet haben, kam heute alles zusammen. Es passte von oben bis unten, ich fühlte mich befreit, musste nicht überlegen und fuhr gelöst. Wenn du zwei Sekunden verlierst, suchst du hartnäckig, wo die Zeit liegen geblieben ist. Und wenn es so läuft wie heute, hast du das Gefühl, dass es so leicht ist. Ich konnte den Ski laufen lassen und hatte ihn trotzdem voll unter Kontrolle. Ab und zu kam ich etwas von der Ideallinie ab, aber ich spürte, dass es super schnell ist und ich stets beschleunigen konnte. Ich war richtig im Flow."

Es ist Ihr 25. Weltcupsieg, aber der erste nach einer schwierigen längeren Phase und der erste in der Abfahrt seit dem Kreuzbandriss vor drei Jahren. Fühlt sich dieser Erfolg anders an, spezieller?

"Anders nicht. Jeder Sieg ist schön, aber es ist schon cool, nach zwei Jahren wieder zu gewinnen und die Bestätigung zu bekommen, dass sich die harte Arbeit der letzten Jahre auszahlt - besonders wenn es sich während der Fahrt so leicht anfühlt und du einfach deinen Instinkten folgen kannst. Wenn es so läuft, kommen dir die Baustellen, die dich zusehends ins Grübeln bringen, auf einmal viel kleiner vor. Es gehört wohl zu einer Karriere dazu, dass es Momente gibt, in denen alles mit Leichtigkeit gelingt und andere, in denen Geduld und Ruhe gefragt sind. Ich habe viel gelernt, als ich oft gewann, aber vor allem auch, als es nicht nach Wunsch lief. Wenn es mir nun wieder leicht fällt, hätte ich natürlich nichts dagegen."

Sie wirken in diesen Tagen ruhig und ausbalanciert. Ist das etwas, woran Sie arbeiten mussten?

"Wenn du viel gewinnst, geht alles so schnell. Da kommst du gar nicht dazu, alles zu verarbeiten. Erst später realisierst du, was alles passiert ist und was für Fehler du gemacht hast. In diesen Phasen wirst du reifer und ruhiger. Du lernst, dass ein Sieg nicht deine ganze Saison verändert und dass eine Niederlage nicht das Schlimmste ist, das dir passieren kann. Mit den Emotionen umgehen zu können, die du im Ziel verspürst, ist wichtig, aber auch ein Lernprozess. Früher war ich nach einem 15. Platz am Boden und blickte ich nach Erfolgen sofort aufs nächste Rennen, ohne sie richtig zu geniessen. Jetzt geniesse ich den Moment und freue mich auch darüber, dass die Eltern und meine beste Freundin da sind. Ich bin ausbalancierter, habe ein Leben neben dem Skifahren und weiss Siege und Niederlagen besser einzuordnen. Man darf aber auch nie vergessen, dass wir auch nur Menschen sind und dass ein ziemlich grosser Druck auf unseren Schultern lastet."

Wie sehr empfanden Sie die zwei Jahre ohne Sieg als Druck?

"Einen Resultat-Druck empfand ich nicht. Aber ich setzte mich selber unter Druck, weil es frustrierend war, nicht das umsetzen zu können, was ich wollte. Mit zwei Sekunden Rückstand und einem schlechten Gefühl im Ziel einzutreffen, ist nicht schön. Andererseits lernst du dabei auch, das Positive besser zu sehen."

Der Druck als grosses Übel?

"Es gibt auch positiven Druck, und dieser brauchst du als Rennfahrerin auch. Wichtig ist, die Balance zu finden zwischen gesundem Druck und negativem, der dich im Übermass fertigmacht."


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