Vorläufig keine Team-Sportarten-Events mehr in Italien


News Redaktion
Sport / 09.03.20 22:38

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus verschärft Italien sein Vorgehen drastisch.

Nicht nur leere Stadien, sondern vorläufig gar keine Spiele mehr in der Serie A. (FOTO: KEYSTONE/EPA/ALESSANDRO DI MARCO)
Nicht nur leere Stadien, sondern vorläufig gar keine Spiele mehr in der Serie A. (FOTO: KEYSTONE/EPA/ALESSANDRO DI MARCO)

Davon ist unter anderem der Fussballbetrieb der Serie A betroffen. Der Spielbetrieb in sämtlichen Team-Sportarten wird ausgesetzt.

Die Beschränkungen der Bewegungsfreiheit gelten ab Dienstag nun für ganz Italien und nicht mehr nur für die am stärksten betroffenen Regionen im Norden. Das kündigte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Montagabend an. Ein entsprechendes Dekret wolle er umgehend unterschreiben.

Conte rief seine Landsleute auf zu Hause zu bleiben, sofern sie nicht zur Arbeit müssen oder dringende Angelegenheiten zu erledigen haben. Alle öffentlichen Versammlungen würden verboten. Sportveranstaltungen wie Fussballspiele würden ausgesetzt. Die Schliessung von Schulen und Universitäten werde landesweit bis zum 3. April verlängert, sagte der Regierungschef.

Italiens Sportminister Vincenzo Spadafora hatte bereits am Sonntagabend den Entscheid der Serie A, den Spielbetrieb trotz der Ausbreitung des Coronavirus fortzusetzen, als unverantwortlich bezeichnet. Beim öffentlich-rechtlichen TV-Sender Rai 2 fragte er am Sonntagabend: Worauf warten wir denn noch? Auf den ersten Infektionsfall in der Serie A? Den Liga-Präsidenten Paolo Dal Pino griff er direkt an: Er gibt Entscheide immer nur weiter. Es scheint mir, er ist sich dem Ernst der Lage nicht bewusst.

In Italien wurden seit Ende Februar zwar etliche Spiele verschoben oder vor leeren Rängen ausgetragen, so auch das Spitzenspiel am Sonntag zwischen Meister Juventus Turin und Inter Mailand (2:0). Spadafora geht das aber nicht weit genug, seine Forderung am Sonntagvormittag, die Spiele überhaupt nicht mehr anzupfeifen, wurde zunächst nicht beachtet, jetzt aber von der Regierung angeordnet.

(sda)


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