WEF legt Fokus dieses Jahr auf die Klimakrise


Roman Spirig
Schweiz / 14.01.20 18:15

Die politische Krise zwischen dem Iran und den USA dürfte am 50. Treffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) nach der Absage der Iraner nur eine untergeordnete Rolle spielen. Dafür möchte WEF-Gründer Klaus Schwab den Fokus auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz legen.

WEF legt Fokus dieses Jahr auf die Klimakrise (Foto: KEYSTONE /  / )
WEF legt Fokus dieses Jahr auf die Klimakrise

Das 50. Treffen des WEF in Davos dürfte dieses Jahr wieder von der Präsenz einiger "Stars" dominiert werden. So haben etwa US-Präsident Donald Trump oder die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg ihre Teilnahme angekündigt.

Thematisch soll der Fokus des diesjährigen Treffens derweil auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit liegen, wie WEF-Gründer Klaus Schwab am Dienstag vor den Medien am Hauptsitz des WEF in Cologny GE sagte.

Die Menschen in fünfzig Jahren sollten sagen können: "Danke, wir konnten uns auf euch verlassen", sagte Schwab. Denn die Welt befinde sich in einem Alarmzustand. "Unser Fenster zum Handeln ist klein."

In diesem Jahr steht das Treffen, das am 20. Januar eröffnet wird und dann offiziell vom 21. bis 24. Januar in Davos stattfindet, denn auch unter dem Motto "Stakeholder für eine solidarische und nachhaltige Welt" (Englisch: "Stakeholders for a Cohesive and Sustainable World").

Damit signalisiere die Organisation, wie wichtig ihr die Umwelt ist. Auch das Davoser Manifest, ursprünglich 1973 veröffentlicht und von Schwab zum Jubiläum der Moderne angepasst, fordert Unternehmen auf, Nachhaltigkeit und Umweltschutz eine zentrale Rolle einzuräumen, wie der WEF-Gründer vor den Medien ausführte.

Diesbezüglich dürfte der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg die grösste Aufmerksamkeit zuteil werden. Sie reist bereits das zweite Mal an das Treffen in Davos. Bereits am Dienstag, dem ersten Tag des WEF, wird die junge Schwedin voraussichtlich an Veranstaltungen auftreten und eine Rede halten.

Wie WEF-Gründer Schwab nun betonte, hat das WEF nicht nur Thunberg eingeladen. Insgesamt nähmen dieses Jahr zehn wichtige Teenager als Vertreter der jungen Generation teil.

Allein gehört die Bühne am WEF allerdings auch dieses Jahr nicht den Klimaaktivisten. Im Gegensatz zu vergangenem Jahr ist 2020 auch US-Präsident Donald Trump wieder mit von der Partie.

Begleitet wird er unter anderem von seiner Tochter Ivanka sowie von seinem Schwiegersohn Jared Kushner. 2019 noch hatte Trump seine Teilnahme wegen eines mehrwöchigen Shutdowns der US-Bundesverwaltung abgesagt.

Zum erwarteten Showdown mit den Vertretern des Iran wird es am WEF allerdings nicht kommen. Der iranische Aussenminister Mohammad Javad Zarif hat seinen Besuch in Davos für dieses Jahr abgesagt, wie an der Pressekonferenz bestätigt wurde. Er hatte noch vor der Exekution von General Ghassem Soleimani durch die USA angekündigt, teilnehmen zu wollen.


Für politische Brisanz sorgen könnte nach der Absage der Iraner dafür ein anderer Namen auf der Gästeliste: derjenige des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj. Er steht im Mittelpunkt des laufenden Amtsenthebungsverfahrens gegen Donald Trump durch den US-Kongress.

An der 50. Ausgabe des WEF werden vonseiten der Schweizer Regierung mindestens sechs der sieben Bundesräte erscheinen. Ausser Finanzminister Ueli Maurer stehen alle Mitglieder der Landesregierung auf der Teilnehmerliste.

Interessant sein könnte für den Bundesrat aufgrund des laufenden Konflikts mit der Europäischen Union (EU) um das Rahmenabkommen, dass auch die neugewählte Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, nach Davos reisen wird.

Von der Leyen erscheint in Begleitung von Charles Michel, dem Präsidenten des Europäischen Rats, sowie von David Sassoli. Der italienische Sozialdemokrat ist seit 2019 Präsident des Europäischen Parlaments. Ausserdem werden dieses Jahr auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel oder der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez nach Davos reisen.

Insgesamt werden ungefähr 2800 Teilnehmer aus 118 Ländern erwartet, davon mehr als 53 Staats-und Regierungschefs. Der Anteil an Frauen hält sich dabei allerdings auch dieses Jahr in Grenzen: Er beträgt nur gerade 24 Prozent.

(sda)


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