Weiterbildung für Lehrer weiterhin auch an Unterrichtstagen


Roman Spirig
Regional / 24.08.20 13:40

Im Kanton Zürich werden auch künftig Schultage ausfallen, weil Lehrerinnen und Lehrer an Weiterbildungen teilnehmen. Der Kantonsrat hat am Montag eine Parlamentarische Initiative (PI) abgelehnt, die das ändern wollte.

Weiterbildung für Lehrer weiterhin auch an Unterrichtstagen (Foto: KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER)
Weiterbildung für Lehrer weiterhin auch an Unterrichtstagen (Foto: KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER)

Die Ablehnung fiel mit 96:66 Stimmen deutlich aus. Die PI der früheren Kantonsrätin Prisca Koller (FDP, Hettlingen) verlangte, dass Weiterbildungen nur noch in der unterrichtsfreien Zeit stattfinden dürften. Dadurch solle die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gefördert werden.

In der Debatte im Rat herrschte Uneinigkeit darüber, ob in diesem Bereich überhaupt ein Problem existiert, und falls ja, welches Ausmass es haben könnte.

Befürworter der PI sprachen von fünf oder mehr Tagen pro Schuljahr, die aufgrund von Weiterbildungen ausfielen. Dies stelle Eltern vor grosse organisatorische Probleme bei der Betreuung ihrer Kinder.

Der Ausfall von Schultagen erhöhe die Komplexität der Familienorganisation, sagte Marc Bourgeois (FDP, Zürich). Dass es möglich sei, die Weiterbildungen ausschliesslich in der unterrichtsfreien Zeit durchzuführen, zeige das Beispiel des Kantons Aargau. Dort gebe es seit einigen Jahren eine entsprechende Regelung.

Die Gegner hingegen sprachen von höchstens zwei betroffenen Tagen pro Schuljahr, die weit im Voraus angekündigt würden. Zudem seien die Gemeinden verpflichtet, ein angemessenes Betreuungsangebot für die betroffenen Schülerinnen und Schüler anzubieten.

Man will hier etwas regeln, das überhaupt kein Problem ist, sagte Hanspeter Hugentobler (EVP, Pfäffikon).

Auch Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) plädierte dafür, die bisherige Regelung beizubehalten. Was die PI fordere, habe man früher schon einmal gehabt. Die Regelung musste nach kurzer Zeit wieder aufgehoben werden, weil man nicht genügend Fachleute finden konnte, um alle Weiterbildungen in der unterrichtsfreien Zeit durchzuführen, sagte sie.

(sda)


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