Weiterbildungsgelder wurden für Chefärztin-Abschiedsfest in Zuger Klinik verwendet!


Roman Spirig
Regional / 17.07.19 16:11

Die Abschiedsveranstaltungen der langjährigen Chefärztin der Psychiatrischen Klinik Zugersee im Jahr 2017 sind mit Geldern bezahlt worden, die für Weiterbildung bestimmt waren. Die Finanzkontrolle der Konkordatskantone Uri, Schwyz und Zug kritisiert die Verwendung von 53'000 Franken.

Weiterbildungsgelder wurden für Chefärztin-Abschiedsfest in Zuger Klinik verwendet! (Foto: KEYSTONE /  / )
Weiterbildungsgelder wurden für Chefärztin-Abschiedsfest in Zuger Klinik verwendet!

Die Psychiatrische Klinik Zugersee ist Konkordatsklinik der Kantone Uri, Schwyz und Zug. Ihm Rahmen der Rechnungsprüfung sei man auf nicht reglementskonforme Auslagen gestossen, heisst es im Tätigkeitsbericht der Schwyzer Finanzkontrolle, über den der "Bote der Urschweiz" am Mittwoch berichtete.

Konkret geht es um Auslagen im Zusammenhang mit der Abschiedsveranstaltung der Chefärztin. Diese wurden 2017 mit 53'337 Franken aus Mitteln der zweckgebundenen Ärzte- und Sponsoringpools finanziert.

Der Ärztepool wurde einerseits mit einem Teil der Einnahmen von privat- und halbprivatversicherten Patienten und andererseits mit Mitteln aus Einnahmen von Gutachten, die Angestellte während ihrer Arbeitszeit schrieben, geäufnet. Verwendet werden sollte er für Fort- und Weiterbildungen, etwa für die Bezahlung von Referenten oder um Fachmedien anzuschaffen, wie Roland Pfyl, Vorsteher der Schwyzer Finanzkontrolle, auf Anfrage ausführte.

Der Sponsoringpool dagegen sei wohl als eine Art Schwankungsreserve für Fachsymposien gedacht gewesen. Das Geld sei aus Resten von Drittmitteln, also etwa Teilnahmegebühren, solcher Veranstaltungen zusammengekommen. Allerdings bestand dafür kein Reglement, der Sponsoringpool wurde per 31. Dezember 2017 aufgebraucht und aufgelöst.

Der Präsident des Konkordatsrats missbillige die Höhe und die Finanzierung der Ausgaben im Zusammenhang mit den Abschiedsveranstaltungen ausdrücklich, heisst es im Bericht. Die Auslagen seien unverhältnismässig hoch. Der Konkordatsrat habe über die erforderlichen Schritte beraten.

Die ehemalige Chefärztin hatte 2017 nach über zehn Jahren die Klinik in Zug verlassen. Zum Abschied gab es im Mai ein Konzert des deutschen Musikers Konstantin Wecker sowie ein Symposium mit namhaften Referenten.

(sda)


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