Weitere Niederlage im Fall Archie: Gericht weist Hospiz-Antrag ab


News Redaktion
International / 05.08.22 20:33

Im Kampf für ihren im Sterben liegenden Sohn Archie haben die Eltern des zwölfjährigen Jungen in England erneut eine Niederlage erlitten. Das Berufungsgericht in London lehnte am Freitagabend einen Antrag ab, mit dem die Familie die Verlegung des unheilbar kranken Archie von einem Krankenhaus in ein Hospiz erwirken wollte. Die Geräte, die den Jungen derzeit noch am Leben erhalten, sollen bald abgeschaltet werden.

Die Eltern des unheilbar kranken Archie, Paul Battersbee und Hollie Dance, vor dem Royal London Hospital. Foto: Jonathan Brady/PA Wire/dpa (FOTO: Keystone/PA Wire/Jonathan Brady)
Die Eltern des unheilbar kranken Archie, Paul Battersbee und Hollie Dance, vor dem Royal London Hospital. Foto: Jonathan Brady/PA Wire/dpa (FOTO: Keystone/PA Wire/Jonathan Brady)

Das Berufungsgericht bestätigte damit eine vorherige Entscheidung des High Courts: Es sei im besten Interesse Archies, dass die lebenserhaltenden Massnahmen im Krankenhaus statt in einer anderen Umgebung eingestellt würden, sagte die Richterin dort am Freitagmittag. Die Familie kündigte umgehend an, erneut den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einzuschalten.

Archie liegt seit April im Koma. Bei einem Unfall zu Hause in Southend-on-Sea hat er sich schwere Hirnverletzungen zugezogen, womöglich bei einer Internet-Mutprobe. Die behandelnden Ärzte sehen keine Chance auf eine Genesung.

Das höchste britische Gericht hatte die Entscheidung der Ärzte gestützt, Archie sterben zu lassen. Dies sei im besten Interesse des Jungen. Auch ein letzter Appell der Eltern an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg blieb erfolglos.

Archies Eltern versuchten daraufhin, die Verlegung von Archie in ein Hospiz erwirken, damit ihr Sohn in einer ruhigeren, friedlicheren Umgebung seine letzten Stunden erleben kann. Das Krankenhaus lehnte dies jedoch ab: "Archie ist in einem solch instabilen Zustand, dass ein erhebliches Risiko sogar dann besteht, wenn er innerhalb seines Krankenhausbettes gedreht wird, was im Rahmen seiner fortlaufenden Pflege erfolgen muss", teilte der Krankenhausbetreiber mit. Eine Verlegung mit dem Krankenwagen in eine völlig andere Umgebung würde daher höchstwahrscheinlich seinen Zustand rapide verschlechtern.

(sda)


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