Weltfussball weiterhin mit Schweizer Boss: Infantino mindestens bis 2023 FIFA-Präsident


Ladina Meyer
Sport / 05.06.19 12:03

Der 69. FIFA-Kongress in Paris brachte keine Überraschung. Gianni Infantino wurde per Akklamation als Präsident des Weltfussballverbandes für die nächsten vier Jahre bestätigt.

Weltfussball weiterhin mit Schweizer Boss: Infantino mindestens bis 2023 FIFA-Präsident (Foto: KEYSTONE / EPA / CHRISTOPHE PETIT TESSON)
Weltfussball weiterhin mit Schweizer Boss: Infantino mindestens bis 2023 FIFA-Präsident (Foto: KEYSTONE / EPA / CHRISTOPHE PETIT TESSON)

Infantino, der den Weltfussballverband seit Februar 2016 anführt, war bei der Wahl der Präsidentschaft für die Amtsperiode von 2019 bis 2023 ohne Konkurrenz. Mangels Gegenkandidaten und dank des im Vorfeld erhaltenen Zuspruchs sämtlicher sechs Konföderationen genügte der Applaus der 211 Verbandsvertreter, um den 49-jährigen Walliser im Amt zu bestätigen.

Finanziell hat die FIFA das Zwischentief dank Milliarden-Einnahmen aus der WM 2018 überwunden und die Erwartungen deutlich übertroffen. Der Überschuss für den Zyklus von 2015 bis 2018 betrug insgesamt 1,053 Milliarden Dollar. Die Einnahmen alleine im WM-Jahr 2018 beliefen sich auf 4,641 Milliarden Dollar, war ein Plus von 1,75 Milliarden Dollar ergab. Die Reserven stiegen auf nunmehr 2,745 Milliarden Dollar an, was einem Plus von 80 Prozent entspricht. "Great News", kommentierte Infantino die Zahlen. Für 2020 rechnet der Verband mit einem Minus von 624 Millionen Dollar.

Am 69. FIFA-Kongress präsentierte sich Infantino den Funktionären aus den 211 Mitgliedsländern als erfolgreicher Reformer und engagierter Manager. Unter ihm habe die FIFA die Skandaljahre hinter sich gelassen. "Die Organisation hat sich von einem toxischen, fast kriminellen Zustand gewandelt zu einem Zustand, wie er sein sollte. Die FIFA kümmert sich um den Fussball", sagte Infantino in seiner Rede.

Externe Kritiker werfen dem Präsidenten indes einen autokratischen Führungsstil und die Aufweichung der Demokratie-Reformen vor. Kurz vor seiner Wiederwahl hatte Infantino zwar Fehler eingeräumt, insgesamt aber ein überaus positives Fazit seiner ersten Amtszeit gezogen. "Die letzten drei Jahre und vier Monate waren sicherlich nicht perfekt, ich habe Fehler gemacht. Ich habe versucht, mich zu verbessern, aber heute am Wahltag spricht keiner mehr über Krisen. Niemand spricht mehr von Skandalen, niemand spricht mehr von Korruption", sagte Infantino.

"Transparenz der Geldflüsse. Das war die Essenz der Krise von der FIFA. Heute ist alles offen und transparent", so Infantino weiter. "Es ist nicht mehr möglich, bei der FIFA Zahlen zu verstecken oder etwas Unkorrektes zu machen. Wir wissen genau, woher jeder Dollar kommt und wohin jeder Dollar geht. Wir haben keinen Platz mehr für Korruption bei der FIFA. Null Toleranz."

Erstmals seit 2007, als Joseph Blatter für seine dritte Amtszeit als FIFA-Boss gekürt wurde, gab es keine Abstimmung, sondern eine Wahl per Akklamation. Die dafür nötige Statutenänderung hatten die Delegierten unmittelbar vor der Infantino-Kür bei nur drei Gegenstimmen gebilligt.

(sda)


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