Wie die Schweizer Trainer in der Bundesliga rekordverdächtig coachen


Roman Spirig
Sport / 27.09.21 18:00

Gerardo Seoane (Leverkusen) und Urs Fischer (Union Berlin) sind mit ihren Teams in Deutschland gut aus den Startblöcken gekommen. Beide verloren bisher einzig gegen Dortmund. Nun schielen sie in den nächsten Wochen auf Schweizer Bundesliga-Rekorde.

Wie die Schweizer Trainer in der Bundesliga rekordverdächtig coachen (Foto: KEYSTONE / EPA / CLEMENS BILAN)
Wie die Schweizer Trainer in der Bundesliga rekordverdächtig coachen (Foto: KEYSTONE / EPA / CLEMENS BILAN)

Was verbindet die Schweizer Trainer Gerardo Seoane und Urs Fischer gemeinsam mit Borussia Dortmund? Beide erlitten ihre bisher einzige Niederlage in dieser Saison in der Bundesliga gegen den Titelkandidaten in Gelb-Schwarz. Beide jeweils mit vier Gegentoren. Doch die Niederlagen gegen Dortmund überlagern nicht den vorzüglichen Saisonstart von Seoane und Fischer mit Bayer Leverkusen beziehungsweise Union Berlin.

Hier der Innerschweizer, der in seinem ersten Jahr mit der so genannten Werkself aus dem Rheinland nach sechs Runden erster Verfolger ist von Leader und Meister Bayern München. Dort der Zürcher, der sich mit dem so genannten Kultklub aus Köpenick in seiner dritten Bundesliga-Saison schon wieder im Tabellenmittelfeld etabliert. Die knappen 1:0-Heimsiege am Wochenende gegen Mainz respektive Arminia Bielefeld bringen die beiden einen Schritt näher an Schweizer Bundesliga-Rekorde.

Seoane ist mit 13 Punkten aus sechs Spielen gestartet und liegt damit auf Platz 2 der Schweizer Trainer. Von den sieben anderen in der Bundesliga-Geschichte ging es lediglich für Christian Gross beim VfB Stuttgart besser los. Der Zürcher holte aus seinen ersten sechs Spielen 2009/10 sogar 16 Punkte, verlor aber die siebte Partie. Seoane könnte also am kommenden Sonntag die Bestmarke von Gross mit einem Sieg auswärts gegen Arminia Bielefeld egalisieren.

Punktemässig in die Nähe von Gross und Seoane kam nur Lucien Favre, der mit Hertha Berlin 2007 aus den ersten sechs Spielen zwölf Zähler gewann. Nicht in einen zweistelligen Bereich schafften es bei ihrem Bundesliga-Start Martin Andermatt mit Ulm (5), Marcel Koller (6) und Hanspeter Latour (3) mit dem 1. FC Köln sowie Martin Schmidt mit Mainz (9) und Fischer mit Union Berlin (4).

Ähnlich rekordverdächtig wie Seoane ist Fischer trotzdem unterwegs. Mit dem 1:0 gegen Arminia Bielefeld am letzten Samstag knackte er nicht nur die 100-Punkte-Marke in der höchsten Spielklasse Deutschlands, er sass auch schon zum 74. Mal in der 1. Bundesliga auf der Trainerbank. Dass Fischer in den nächsten Wochen in Berlin entlassen wird, ist mehr als unwahrscheinlich, und nach den nächsten sieben Bundesliga-Spielen hat er am 28. November mit dem Auswärtsspiel gegen Eintracht Frankfurt die Marke von 81 Spielen am Stück seit seinem Debüt erreicht.

Was das mit einem Rekord zu tun hat? Martin Schmidt war nach seinem Einstieg bei Mainz in der Saison 2014/15 81 Spiele lang Trainer in der Bundesliga, Lucien Favre kam bei Hertha Berlin zwischen 2007 und 2009 vor seinem freiwilligen Abgang auf 75 Partien. Seoane ist jetzt bei 6 Spielen. Die anderen fünf hielten sich beim ersten Bundesliga-Versuch viel weniger lang im Amt. Das gilt auch für Christian Gross. In Stuttgart war für ihn trotz starkem Start nach 26 Spielen Schluss.

(sda)


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