WSL-Direktor stirbt in Grönland bei Sturz in Gletscherspalte


Roman Spirig
Schweiz / 11.08.20 15:16

Nun ist bekannt, wie Konrad Steffen, Direktor der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), am Samstag in Grönland ums Leben kam. Er war in eine mit Wasser gefüllte Gletscherspalte gestürzt, wie es beim WSL am Dienstag hiess.

Die damalige Bundespräsidentin Doris Leuthard und WSL-Direktor Konrad Steffen im August 2017 bei Ilulissat in Grönland. Steffen kam am letzten Samstag bei einem Sturz in eine Gletscherspalte in Grönland ums Leben. (Archivbild) (FOTO: Keystone/UVEK/PETER FREY)
Die damalige Bundespräsidentin Doris Leuthard und WSL-Direktor Konrad Steffen im August 2017 bei Ilulissat in Grönland. Steffen kam am letzten Samstag bei einem Sturz in eine Gletscherspalte in Grönland ums Leben. (Archivbild) (FOTO: Keystone/UVEK/PETER FREY)

Die grönländische Polizei habe den 68-jährigen Steffen offiziell für tot erklärt, hiess es bei der Medienstelle der WSL auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Leiche sei aber noch nicht gefunden worden. Der Glaziologe Steffen hatte sich in Grönland im Swiss Camp, einem Netz von Wetterstationen, aufgehalten.

In seinem geliebten Grönland sei Steffen, ein guter Freund, nur etwa hundert Meter von seinem Camp entfernt tödlich verunglückt, schrieb die frühere Zürcher CVP-Nationalrätin Kathy Riklin auf Twitter. Wahrscheinlich habe eine Schneebrücke unter ihm nachgelassen.

Wir verlieren einen herausragenden Experten für die Klimaerwärmung, twitterte Forschungsminister Guy Parmelin. Viele weitere Persönlichkeiten aus aller Welt sowie Institutionen, etwa das Bundesamt für Umwelt oder die ETH Zürich, bekundeten im Internet ihre Bestürzung und Trauer.

Steffen stand dem WSL seit 2012 als Direktor vor. Er war vom Bundesrat über seine Pensionierung hinaus bis Ende Juni 2021 gewählt worden. Die Geschäfte der WSL werden bis auf weiteres vom stellvertretenden Direktor, Christoph Hegg, geführt.

Steffen war auch Professor für Architecture, Civil and Environmental Engineering an der EPF in Lausanne und Professor am Institut Atmosphere and Climate der ETH Zürich.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Defekte Ampel in Rotkreuz wird durch Kreisel ersetzt
Wirtschaft

Defekte Ampel in Rotkreuz wird durch Kreisel ersetzt

Die Lichtsignalanlage bei einer Kreuzung in Rotkreuz ist ausgefallen und lässt sich nicht mehr reparieren. Der Verkehr wird derzeit vom Verkehrsdienst geleitet, ein provisorischer Kreisel soll die Ampel ersetzen.

Märwil übernimmt die Schweizer Meisterschaften
Sport

Märwil übernimmt die Schweizer Meisterschaften

Der VC Bürglen-Märwil springt als Organisator der Schweizer Strassenmeisterschaften der Elite Männer und Frauen ein. Die Rennen in Märwil im Kanton Thurgau finden am Samstag, 31. Oktober, statt.

Hanfbauer zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt
Schweiz

Hanfbauer zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt

Ein Neuenburger Hanfbauer muss wegen schwerer Drogen- und Waffendelikte zwei Jahre ins Gefängnis. Zu dieser Strafe verurteilte ihn das Bezirksgericht Littoral und Val-de-Travers.

Gericht gibt Bau für Teil von neuer Axenstrasse frei
Regional

Gericht gibt Bau für Teil von neuer Axenstrasse frei

Eine Beschwerde von Umweltverbänden gegen die neue Axenstrasse hat unter anderem für den Bau der Galerie Gumpisch keine aufschiebende Wirkung zur Folge. Diesen Entscheid hat das Bundesverwaltungsgericht gefällt. Vorerst nicht beginnen kann dagegen der Bau des Sisikoner Tunnels.