Xherdan Shaqiri: "Dann hast du halt Pech"


News Redaktion
Sport / 06.12.22 23:24

Xherdan Shaqiri kommt wie die gesamte Schweizer Mannschaft gegen Portugal überhaupt nicht ins Spiel, sodass sein an sich denkwürdiges 112. Länderspiel eines zum Vergessen wird.

Xherdan Shaqiri erlebte ein trauriges 112. Länderspiel (FOTO: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)
Xherdan Shaqiri erlebte ein trauriges 112. Länderspiel (FOTO: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)

Xherdan Shaqiri schwingt seine Arme und schlägt die Hände immer wieder vor dem Körper zusammen. Es ist eine Geste, die zeigt, dass der 31-Jährige gerade viel lieber an einem anderen Ort wäre, als im klimatisierten Raum mit wartenden Medienschaffenden und vielen Mikrofonen. Shaqiri ist der erste Schweizer Spieler, der nach dem 1:6-Debakel die Mixed Zone durchschreitet.

Er hätte das natürlich gern als Held getan, wie zuletzt am Freitag gegen Serbien, als er beim 3:2-Sieg ein Tor geschossen und eine der prägenden Figuren gewesen war. Jetzt ist er einer, der an diesem Abend zwar einen persönlichen Meilenstein erreichte und mit seinem 112. Länderspiel gleichzog mit Alain Geiger. Nur Heinz Herrmann hat öfter für die Schweiz gespielt (118). Aber ins Spiel fand Shaqiri nie, wie die gesamte Mannschaft nicht.

"Der Trainer hat den Plan geändert", sagt Shaqiri. "Das ist leider nicht aufgegangen." Murat Yakin, beeinflusst von den Umstellungen, die der krankheitsbedingte Ausfall von Silvan Widmer und die Auswechslung des offensichtlich ebenfalls kranken Fabian Schär zur Pause mit sich brachten, liess seine Mannschaft weniger mutig auftreten als zuletzt gegen Serbien. Es ist eine Herangehensweise, mit der sich die Schweizer Nationalmannschaft meistens schwergetan hat.

Auch wenn in den Worten Shaqiris eine leise Kritik an Yakin auszumachen ist, sagt er: "Wenn Portugal so spielt, hast du keine Chance." Und wenn die Schweizer erkältungsgeschwächt sind, erst recht nicht. Shaqiri sagt, Widmer habe sich heute nicht gut gefühlt und deshalb nicht spielen können. "Aber das gehört zum Leben. Dann hast du halt Pech. Oder waren Sie noch nie krank?"

Der Basler versuchte dem sang- und klanglosen Ausscheiden Positives abzugewinnen, verwies auf Belgien und Deutschland, die es nicht bis in die Achtelfinals geschafft hätten, und sagte, was die Schweizer Spieler nach den letzten Weltmeisterschaften immer sagen mussten: "Irgendwann wollen wir diesen Exploit schaffen und in den Viertelfinal kommen."

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Asthma-Mittel beschert Pharmakonzern Sanofi starkes Jahr
Wirtschaft

Asthma-Mittel beschert Pharmakonzern Sanofi starkes Jahr

Der französische Pharmakonzern Sanofi hat ein starkes Jahr mit kräftigen Umsatz- und Gewinnwachstum hinter sich. 2022 konnte Sanofi den Umsatz zu konstanten Wechselkursen um sieben Prozent steigern,

Rund 900 Erdbeben in und nahe der Schweiz im letzten Jahr
Schweiz

Rund 900 Erdbeben in und nahe der Schweiz im letzten Jahr

Rund 900 mal hat 2022 die Erde in oder nahe der Schweiz gebebt. Besonders Beben im grenznahen Ausland prägten das Geschehen. Am 10. September verzeichnete der Erdbebendienst im Elsass das fünftstärkste Beben seit der modernen Bebenaufzeichnung 1975.

Papst im Südsudan: Hoffen auf einen Wendepunkt für den Frieden
International

Papst im Südsudan: Hoffen auf einen Wendepunkt für den Frieden

Beim ersten Stopp auf seiner Afrikareise in der Demokratischen Republik Kongo wurde Papst Franziskus euphorisch gefeiert. Am Freitag reist er weiter in den Südsudan - ein Land, in dem trotz eines mehrjährigen fragilen Regierungsfriedens weiterhin Gewalt an der Tagesordnung steht. Auf dem Human-Development-Index der Vereinten Nationen (UN) belegt das jüngste Land der Welt den letzten Platz.

Forscher entschlüsseln Substanzen zum Einbalsamieren von Mumien
International

Forscher entschlüsseln Substanzen zum Einbalsamieren von Mumien

Erstmals haben Forscher genau nachgewiesen, wie und mit welchen Substanzen die alten Ägypter ihre Mumien einbalsamierten. Das internationale Team konnte zeigen, welche Stoffe sich hinter namentlich bereits bekannten Bezeichnungen verbergen.