Zahl der bei Überschwemmung in Japan getöteten Menschen steigt


Roman Spirig
International / 10.07.18 12:21

Die Überlebenschancen für die Opfer der verheerenden Flutkatastrophe im Westen Japans sinken von Stunde zu Stunde. Am Dienstag stieg die Zahl der Toten laut Medien auf mindestens 146. Doch noch wurden rund 60 Menschen seit vergangener Woche vermisst.

Zahl der bei Überschwemmung in Japan getöteten Menschen steigt  (Foto: KEYSTONE / AP / HARUKA NUGA)
Zahl der bei Überschwemmung in Japan getöteten Menschen steigt (Foto: KEYSTONE / AP / HARUKA NUGA)

So viele Tote durch Regenfälle gab es in Japan seit 1982 nicht mehr. Rettungskräfte kämpften sich derweil bei sengender Sommerhitze weiter durch Erdmassen und Trümmer in der Hoffnung, noch Überlebende zu finden.

Auch die Menschen in den Notunterkünften leiden nach dem Abklingen der sintflutartigen Regenfälle der vergangenen Tage unter der Hitze und erdrückenden Sommerschwüle. Die Regierung bemüht sich, den Betroffenen schnell Trinkwasser und Lebensmittel zukommen zu lassen.

Zwar haben die extremen Regenfälle in den meisten betroffenen Gebieten vor Tagen aufgehört, doch warnte die nationale Wetterbehörde vor der Gefahr weiterer Erdrutsche. Das gesamte Ausmass der Schäden durch die schlimmste Naturkatastrophe in Japan seit dem verheerenden Erdbeben und Tsunami im März 2011 war auch am Dienstag noch nicht einzuschätzen.

Einige von gewaltigen Schlammmassen überschwemmten Gebiete glichen Mondlandschaften. Hunderte Wohnhäuser sind teils vollkommen zerstört, wobei den Behörden noch der Überblick fehlte.

Nach vorläufigen Angaben vom Dienstag waren rund 10'000 Gebäude in den betroffenen Provinzen Hiroshima und Okayama sowie anderen Regionen überflutet. Ganze Baumstämme und Schlammlawinen trieben die gewaltigen Wassermassen vor sich her und beschädigten Häuser, Strassen und Autos.

Rund 11'000 Menschen verbrachten eine weitere Nacht in Notunterkünften. Gerade den älteren Bewohnern setzt die brütende Hitze zu, sie können nicht duschen und brauchen neue Medikamente.

Die Bewohner der Stadt Fuchu in der Provinz Hiroshima wurden am Dienstag erneut aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen, nachdem Treibholz einen durch den Ort fliessenden Fluss gestaut hat und das Wasser über die Ufer treten liess.

In der Stadt Kurashiki in der Provinz Okayama suchten rund 1000 Einsatzkräfte in überschwemmten Wohngegenden nach Menschen, die in Häusern eingeschlossen waren.

Die Regierung ist derweil bemüht, den Opfern schnelle Hilfe zukommen zu lassen. Dringend benötigt werden vor allem Trinkwasser und Lebensmittel. Auch für Klimaanlagen gegen die Hitze wollte der Staat sorgen.

Rund 270'000 Häuser in zwölf Provinzen im Westen des Inselreiches waren am Dienstag noch von der Wasserversorgung abgeschnitten, wie japanische Medien meldeten. Die verheerenden Regenfälle richteten auch in der Land- und Forstwirtschaft beträchtliche Schäden an. Autobauer wie Toyota und andere Produktionsfirmen mussten den Betrieb in Fabriken teils aussetzen.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Schweigeminute für Lawinenopfer von Crans-Montana
Schweiz

Schweigeminute für Lawinenopfer von Crans-Montana

Zwei Tage nach dem Lawinenunglück in Crans-Montana VS haben heute Donnerstag um 14.23 Uhr im Skigebiet zahlreiche Menschen mit einer Schweigeminute des Opfers gedacht. Genau zu dieser Zeit hatte sich das Unglück ereignet, das einen Pistenpatrouilleur das Leben kostete.

Schwer betrunkene Velofahrerin in Kriens
Regional

Schwer betrunkene Velofahrerin in Kriens

Eine gehörig alkoholisierte E-Bike-Fahrerin ist am Donnerstag in Kriens bei einem Überholmanöver gestürzt. Sie wurde dabei verletzt und anschliessend zur Kontrolle ins Spital gebracht.

Auto streift Velo in Küssnacht beim Überholen und fährt davon
Regional

Auto streift Velo in Küssnacht beim Überholen und fährt davon

Leicht verletzt hat sich am Donnerstag eine 66-jährige Velofahrerin bei einem Unfall in Küssnacht. Sie wurde von einem Auto überholt, das sie streifte und zu Fall brachte. Der Fahrzeuglenker setzte seine Fahrt fort, ohne anzuhalten.

Papst eröffnet  im Vatikan Krisengipfel zu sexuellem Missbrauch
International

Papst eröffnet im Vatikan Krisengipfel zu sexuellem Missbrauch

Auf Einladung von Papst Franziskus beraten die katholischen Bischöfe seit Donnerstagmorgen über Konsequenzen aus den Missbrauchsskandalen der katholischen Kirche. Der Papst verlangte zum Auftakt des Treffens "konkrete Massnahmen" gegen Missbrauch.