Zu viele Biker auf illegalen Trails in St. Galler Wäldern


Roman Spirig
Schweiz / 07.07.20 13:53

Der Kanton St. Gallen will mit Informationstafeln und verstärkten Kontrollen auf die zunehmende Zahl von Bikern reagieren, die abseits von offiziellen Wegen durch den Wald brettern. Das Angebot an ausgeschilderten Strecken ist allerdings klein.

Zu viele Biker auf illegalen Trails in St. Galler Wäldern (Foto: KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA BELLA)
Zu viele Biker auf illegalen Trails in St. Galler Wäldern (Foto: KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA BELLA)

Illegale Biketrails seien ein Problem für die Wildtiere und den Wald, teilte der Kanton St. Gallen am Dienstag mit. Forst- und Jagdverantwortliche stellten zunehmend fest, dass Bikerinnen und Biker abseits von offiziellen Wegen unterwegs seien.

Das Wild sei auf Rückzugsgebiete und Ruhe angewiesen. Biker, die durch den Wald fahren, könnten kräftezehrende und plötzliche Fluchtreaktionen auslösen.

Biken im Wald sei nur auf klassierten Strassen und Wegen erlaubt. Welche Strecken dazugehören, werde im jeweiligen Gemeindestrassenplan festgehalten. Die Informationen dazu finden sich auf der Internetseite geoportal.ch.

In den Informationen heisst es allerdings auch: In der Waldregion rund um St. Gallen gebe es ganz wenige ausgeschilderte Bikewege, Trails sind noch seltener.

Gegen die illegalen Biketrails wurde 2019 im Grossraum St. Gallen ein Pilotprojekt gestartet, das wegen der Corona-Pandemie vorübergehend unterbrochen war und noch bis Ende 2020 weitergezogen wird. Eine der Massnahmen: Blachen und Tafeln an wechselnden Standorten sollen Bikerinnen und Biker davon abhalten, illegale Trails abzufahren.

Wer abseits von klassierten Strassen und Wegen mit dem Bike unterwegs sei, habe mit einer Busse zu rechnen. Zusammen mit der Polizei würden Kontrollen durchgeführt. Als letztes Mittel wolle man fehlbare Personen anzeigen.

In der Antwort auf einen Vorstoss aus dem Parlament hatte die St. Galler Regierung im Juni 2018 festgestellt, dass sich der Kanton wegen seiner topografischen Lage gut für Bikeangebote eigne, die von den einzelnen Tourismusakteuren sukzessive entwickelt werden könnten.

Anders als in Graubünden, wo viele Bikewege über Alpen führten, die oftmals im Besitz der Bürgergemeinden seien, präsentiere sich die Grundeigentümerschaft im Kanton St. Gallen meist stärker zersplittert. Dieser Umstand mache eine erfolgreiche Konzeption von Bikeangeboten anspruchsvoll. Massnahmen, um etwa bestehende Wanderwege verstärkt für Bikerinnen und Biker zu öffnen, erscheine aber aus Sicht der St. Galler Regierung, als begrüssenswert.

(sda)


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