Zürcher Behörden müssen bei LGBTI-Ausbildung nicht über die Bücher


News Redaktion
Schweiz / 23.01.23 11:20

Die Zürcher Polizei, die Justiz und die Verwaltung müssen an ihrer Ausbildung im Zusammenhang mit sexuellen Minderheiten vorerst nichts ändern: Der Kantonsrat hat am Montag ein Postulat abgeschrieben, das einen Ergänzungsbericht zum Umgang mit LGBTI-feindlichen Aggressionen forderte.

Die Aus- und Weiterbildung für den Umgang mit LGBTI-feindlichen Aggressionen wird bei Polizei und Verwaltung bis auf Weiteres nicht ausgebaut. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/MELANIE DUCHENE)
Die Aus- und Weiterbildung für den Umgang mit LGBTI-feindlichen Aggressionen wird bei Polizei und Verwaltung bis auf Weiteres nicht ausgebaut. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/MELANIE DUCHENE)

Das Parlament entschied mit 85 Nein zu 79 Ja Stimmen, das Postulat von SP und AL ohne Ergänzungsbericht der Regierung als erledigt abzuschreiben. Der Vorstoss forderte mehr Weiterbildungen für den Umgang mit LGBTI-feindlichen Aggressionen.

Ein Beispiel für eine LGBTI-feindliche Aggression war etwa, als im vergangenen Herbst Neonazis eine Veranstaltung störten, bei der Dragqueens Kindern aus Büchern vorlasen.

Aktuell belaufen sich diese Ausbildungen auf eine Doppellektion in der Polizeiausbildung sowie einen Diversity-Kurs für Verwaltungsangestellte. Dabei wird es nun bis auf Weiteres bleiben.

SP und AL forderten eine Weiterbildung nach Vorbild der Kantonspolizei Bern, wo das Thema LGBTI mehr Lektionen erhält. "Ein grosser Teil der Delikte bleibt bei uns ohne Folgen, weil sich die Betroffenen nicht trauen, zur Polizei zu gehen", sagte Nicola Yuste (SP, Zürich).

Finanzdirektor Ernst Stocker (SVP) betonte, dass ein Ergänzungsbericht und "ein paar Kürsli mehr" nichts ändern würden. Schulungen würden ja bereits heute stattfinden.

"Bei Behördengängen ist dieses Problem ohnehin nicht vorhanden", betonte er. "Ich habe bisher noch nie gehört, dass jemand bei einem Behördengang diskriminiert wurde."

(sda)


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