Zürcher Eigenheime sind so teuer wie nie zuvor


News Redaktion
Wirtschaft / 17.01.22 10:14

Die Nachfrage nach Wohneigentum im Kanton Zürich ist ungebrochen hoch. Deshalb kosten Eigenheime so viel wie nie zuvor. Doch auch die Mietpreise sind gestiegen.

Ein eigenes Häuschen ist im Kanton Zürich derzeit so teuer wie noch nie. Die Preise steigen auch im laufenden Jahr. Doch auch Mietobjekte werden teurer. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT)
Ein eigenes Häuschen ist im Kanton Zürich derzeit so teuer wie noch nie. Die Preise steigen auch im laufenden Jahr. Doch auch Mietobjekte werden teurer. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT)

Das belegt der Zürcher Wohneigentumsindex (ZWEX) der Zürcher Kantonalbank (ZKB). In der am Montag publizierten Ausgabe des Immobilienbarometers für das vierte Quartal 2021 weist der Index mit einem Jahreswachstum von 9,3 Prozent einen neuen Rekordwert in diesem Jahrtausend auf.

Wohneigentum sei derzeit in allen Regionen des Kantons sehr gefragt, heisst es. In den hochpreisigen und begehrten Seegemeinden und in der Stadt Zürich wuchs der ZWEX mit +11,3 Prozent jedoch am stärksten. Aber auch in ländlicheren Gegenden kosteten die eigenen vier Wände mehr, weil viele Interessenten wegen der günstigeren Immobilienpreise dorthin auswichen.

Zwar wurden in der zweiten Jahreshälfte weniger Eigenheimtransaktionen abgeschlossen. Doch blieb die Zahl trotzdem auf einem höheren Niveau als in den Jahren 2017 und 2018. Somit machte sich das vermehrte Arbeiten im Homeoffice weiterhin bemerkbar, das die Attraktivität von Eigenheimen noch steigen liess.

Doch nicht nur der Eigenheimkauf, auch das Mieten ist teurer geworden. Nachdem über Jahre die Leerstände schweizweit zugenommen hatten, sind sie im vergangenen Jahr erstmals seit 2009 wieder gesunken.

Dies, weil das Angebot an neuen Wohnungen zurückging, wie die ZKB schreibt. Dazu komme eine robuste Zuwanderung aus dem Ausland. Daher erreichten die Mieten das höchste Gesamtjahreswachstum seit Ende 2014. Dabei waren periphere Regionen von dieser Entwicklung stark betroffen.

In der Stadt Zürich habe sich dagegen wegen der Pandemie für einmal ein Attraktivitätsverlust bemerkbar gemacht. Hier habe das Wachstum lediglich 0,5 Prozent betragen und liege damit deutlich hinter den Vorjahren.

Auch das laufende Jahr steht unter dem Einfluss der Coronapandemie. Wegen der Einschränkungen im Berufs- und im öffentlichen Leben bleibe die Bedeutung der eigenen vier Wände für die Zürcherinnen und Zürcher hoch. Zudem seien die Zinsen weiterhin tief und damit die Bedingungen für einen Immobilienkauf weiterhin günstig.

Die ZKB geht für 2022 daher von einem weiteren Preisanstieg beim Wohneigentum aus, der aber mit +4,0 Prozent im Kanton Zürich geringer sein dürfte als im Vorjahr (+9,3%). Gesamtschweizerisch dürfte das Plus auf +3 Prozent (Vorjahr +6 Prozent) zurückgehen.

Die Mieten dürften weiter steigen. Wegen der hohen Nettozuwanderung und einer zurückhaltenderen Neubautätigkeit werde die Zahl neuer Wohnungen sinken. Dieses Wachstum dürfte im Kanton Zürich im laufenden Jahr stärker sein als im Vorjahr.

(sda)


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