Zürcher Obergericht senkt Freiheitsstrafe in Sexting-Fall


Roman Spirig
Regional / 16.09.19 15:03

Das Zürcher Obergericht hat eine Strafe wegen eines Sexting-Deliktes deutlich gesenkt: Statt 42 Monate Freiheitsstrafe erhält der 31-jährige Beschuldigte nur noch 28 Monate Freiheitsstrafe. Diese wird zugunsten einer ambulanten Therapie aufgeschoben.

Zürcher Obergericht senkt Freiheitsstrafe in Sexting-Fall
Zürcher Obergericht senkt Freiheitsstrafe in Sexting-Fall

Das Gericht verurteilte den Mann aus dem Kanton Zürich wegen sexueller Nötigung und sexueller Handlungen mit einem 14 Jahre alten Mädchen. Der Verurteilte hatte das Mädchen aus Finnland im Jahr 2016 in einem Chat kennengelernt.

Im Verlaufe der Zeit schickte er ihm 27 Nacktbilder von sich. Weil er es dazu drängte, revanchierte es sich mit elf Bildern. Diese veröffentlichte er gegen seinen Willen auf einem Porno-Portal - und löschte sie trotz seiner Bitten nicht.

Später drohte er ihm sogar, die Bilder auch seinen Eltern und Freunden zu zeigen, sollte es ihm nicht neue Aufnahmen schicken oder die Freundschaft abbrechen. Die Bilder löschte er erst, als es ihm ein Bild schickte, auf dem es sich ein Messer an den Hals hielt und drohte, sich etwas anzutun.

Drei Monate nach dem letzten Kontakt nahm sich die 14-Jährige schliesslich das Leben. Sie hatte schon vor dem Kontakt mit dem Beschuldigten schwere psychische Probleme.

Bereits das Bezirksgericht Uster war im November 2018 zum Schluss gekommen, dass es keinen Kausalzusammenhang zwischen den Handlungen des Beschuldigten und dem Tod des Mädchens gebe. Es verhängte damals eine unbedingte Freiheitsstrafe von 42 Monaten, aufgeschoben zugunsten einer Therapie.

Inhaltlich war das Obergericht am Montag gleicher Meinung. Der Tod der Finnin könne rechtlich nicht mit den Handlungen des Beschuldigten verbunden werden, obwohl es wahrscheinlich einen Zusammenhang gebe.

Das Obergericht gelangte aber trotz inhaltlicher Einigkeit zur Ansicht, dass die in Uster verhängten 42 Monate Freiheitsstrafe zu viel waren. Das Obergericht senkte die Strafe deshalb auf noch 28 Monate unbedingter Freiheitsstrafe.

Ins Gefängnis muss der einschlägig vorbestrafte Mann auch mit diesem Urteil nicht. Die Strafe wird erneut zugunsten einer ambulanten Behandlung aufgeschoben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(sda)


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