Zürcher Polizei bekommt Handynetz-Vortritt an Street Parade


Roman Spirig
Regional / 08.08.18 12:26

An Grossanlässen wie der Street Parade in Zürich ist das Handy-Netz oft überlastet - sehr zum Nachteil von Polizei, Sanität und Feuerwehr. Damit diese während solchen Anlässen trotzdem Daten übermitteln können, sollen sie Priorität auf dem Netz erhalten.

Zürcher Polizei bekommt Handynetz-Vortritt an Street Parade  (Foto: KEYSTONE /  / )
Zürcher Polizei bekommt Handynetz-Vortritt an Street Parade (Foto: KEYSTONE / / )

Blaulichtorganisationen, die an Grossanlässen im Einsatz sind, müssen oft wichtige Daten austauschen, etwa Fotos von gesuchten Personen, Informationen über angehaltene Fahrzeuge oder die Zuweisung von Patienten an die Sanität.

Dieser Austausch läuft über das normale Mobilfunknetz - sofern es nicht überlastet ist, wie dies an Grosseinsätzen häufig der Fall ist. Bereits im vergangenen Jahr testete die Zürcher Stadtpolizei an der Street Parade deshalb eine priorisierte Verbindung.

Funktioniert hat diese damals noch nicht zufriedenstellend, wie die Stadtpolizei einen Artikel in der "NZZ" vom Mittwoch bestätigte. Teilweise konnte wegen der Netzüberlastung gar keine Verbindung aufgebaut werden. Und ohne Verbindung ist eine Priorisierung ohnehin nicht möglich.

In diesem Jahr wird die Priorisierung, die von Telefonanbietern als Produkt verkauft wird, deshalb zum zweiten Mal getestet. "Es gibt nur wenige Anlässe, an denen so viele Menschen am gleichen Ort sind", sagte Polizei-Sprecherin Judith Hödl gegenüber Keystone-SDA. Die Street Parade eigne sich deshalb gut für einen solchen Test.

Die Polizei will an der bevorstehenden Street Parade Videos übertragen, die über Menschenströme und allfällige Engpässe Auskunft geben. Auch Einsatzkräfte und Lovemobiles sollen über die priorisierte Verbindung geortet werden.

Am Test in diesem Jahr beteiligt sich auch der Bund. Er wird bei zwei 4G-Antennen, die extra für die Street Parade errichtet werden, die Geschwindigkeit der Daten messen. Dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz geht es ebenfalls um den störungsfreien Datenaustausch von Blaulichtorganisationen.

Für mehr News - hier klicken (um Radio zu hören unten auf Play klicken)

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere gewichtiger Fehler beim Post-E-Voting-System entdeckt
Schweiz

Weitere gewichtiger Fehler beim Post-E-Voting-System entdeckt

Beim künftigen E-Voting-System der Post ist ein weiterer Fehler bei der universellen Verifizierbarkeit aufgedeckt worden. Er bestätigt laut der Bundeskanzlei den Handlungsbedarf. Der Zertifizierungs- und Zulassungsprozess wird überprüft.

Mehr Straftaten in Nid- und Obwalden, weniger in Uri
Regional

Mehr Straftaten in Nid- und Obwalden, weniger in Uri

Während die polizeilich registrierten Straftaten in den Kantonen Nid- und Obwalden im vergangenen Jahr zugenommen haben, kann der Kanton Uri einen Rückgang der Straftaten verzeichnen. In allen drei Kantonen nahm die Cyberkriminalität weiter zu.

Glarner Versicherung mit Verlusten und gescheitertem IT-Projekt
Regional

Glarner Versicherung mit Verlusten und gescheitertem IT-Projekt

Die Glarner Gebäudeversicherung (glarnerSach) hat das letzte Geschäftsjahr mit Verlusten in beiden Versicherungsbereichen abgeschlossen. Die Abwärtsbewegung an den Börsen sei dafür verantwortlich gewesen, hiess es. Kein Glück hatte das Unternehmen zudem mit einem Digitalisierungsprojekt.

Weiterhin E-Voting für Luzerner Auslandschweizer
Regional

Weiterhin E-Voting für Luzerner Auslandschweizer

Den im Ausland lebenden Luzernern soll das Abstimmen nicht erschwert werden. Der Kantonsrat hat am Montag eine Motion von Robi Arnold (SVP), der ein Moratorium für das E-Voting forderte, mit 71 zu 34 Stimmen abgelehnt.