Zürcher Stadtpolizei räumt Juch-Areal - Besetzer bereits ausgezogen


News Redaktion
Schweiz / 23.05.20 09:37

Die Zürcher Stadtpolizei hat am Samstagmorgen das besetzte Juch-Areal in Altstetten geräumt. Verhaftungen gab es keine, da die Besetzer das Areal bereits verlassen hatten.

Die Polizei räumt das besetzte Juch-Areal (FOTO: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)
Die Polizei räumt das besetzte Juch-Areal (FOTO: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

Die Polizei rückte um 8 Uhr mit einem Grossaufgebot zu den ehemaligen Asyl-Baracken in Altstetten aus. Mit Lautsprecherdurchsagen forderte sie die Besetzerinnen und Besetzer dazu auf, ihre Aktion abzubrechen und zu gehen. Zu diesem Zeitpunkt war das Gelände jedoch schon leer, die Besetzer ausgezogen. Verhaftungen oder Ausschreitungen gab es deshalb nicht.

Der Einsatz sei kurz vor 9 Uhr abgeschlossen worden und ohne nennenswerte Probleme verlaufen, teilte die Stadtpolizei mit. Das Areal sei der Eigentümerschaft übergeben worden. Zuvor hätten die Beamtinnen und Beamten die Räumlichkeiten durchsucht und sichergestellt, dass sich keine gefährlichen Gegenstände mehr darin befinden.

Wie es bei der Stadtpolizei auf Anfrage hiess, sorgten Bauarbeiter anschliessend dafür, dass die Baracken unbewohnbar werden, etwa indem sie Fenster und Türen demontierten. Eine private Sicherheitsfirma wird das Gelände nun bis auf Weiteres bewachen.

Bereits am Freitag bezog die Stadtpolizei Stellung um das Areal, weil die Besetzer zu einer Solidaritäts-Party aufgerufen hatten. Solche Versammlungen sind wegen des Coronavirus aktuell verboten. Die Polizei wies deshalb mehrere Personen weg.

Das Areal soll, sobald die Baracken abgebrochen sind, als Bauplatz dienen, während nebenan das neue Eishockeystadion gebaut wird. Der Stadtrat hat es der HRS Real Estate AG vermietet.

Grüne, AL und SP kritisierten, dass die bewährte Zürcher Praxis im Umgang mit Besetzungen in Frage gestellt wurde, wenn dieses Areal in den nächsten Monaten nur als Abstell- und Wendeplatz für Fahrzeuge genutzt werde. Eine Räumung auf Vorrat sei nicht angebracht.

Eigentlich hätten die Besetzer schon am 24. April ausziehen sollen. Das Sicherheitsdepartement verlängerte aber überraschenderweise die Frist bis ans Auffahrts-Wochenende. Die Verlängerung begründete es damit, dass sich mehr Personen auf dem Areal aufhielten als angenommen und ein fristgerechter Auszug wegen der Corona-Verhaltensregeln nicht sichergestellt werden könne.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Zentralbibliothek öffnet ihre Lesesäle wieder
Schweiz

Zentralbibliothek öffnet ihre Lesesäle wieder

Nach dem Corona-Lockdown öffnet die Zentralbibliothek in Zürich am 8. Juni ihre Lesesäle wieder. Bis auf weiteres stehen aber nur ein Drittel der Plätze zum Lernen zur Verfügung. Sonst kann die Abstandsregel nicht eingehalten werden.

Christian Constantin:
Sport

Christian Constantin: "Ich verliere 35'000 Franken pro Tag"

Sions Präsident Christian Constantin ärgert sich über die Kosten, die der Neustart der Super League mit sich bringt: "Ich studiere die rechtlichen Möglichkeiten."

Unauffällig und schlicht: Hitlers Geburtshaus wird zur Polizeistation
International

Unauffällig und schlicht: Hitlers Geburtshaus wird zur Polizeistation

Das jahrelange Ringen um die Nutzung von Hitlers Geburtshaus in Braunau am Inn hat ein Ende. Das Gebäude wird zu einer Polizeistation umgebaut, teilte Österreichs Innenminister Karl Nehammer am Dienstag in Wien mit.

Doch kein Aus: Photobastei stellt sich neu auf
Schweiz

Doch kein Aus: Photobastei stellt sich neu auf

Die Photobastei in Zürich macht weiter - mit neuem Geld, neuem Konzept, neuen Ideen und neuen Leuten. Noch im Januar hiess es, die Kulturinstitution gebe auf. Nun sollen ab September die Türen wieder offen sein.