Zürich: Auch Delegierte wollen Patrick Walder als SVP-Präsidenten


Roman Spirig
Regional / 03.04.19 01:44

Patrick Walder aus Dübendorf ist das neue Gesicht an der Spitze der SVP des Kantons Zürich. Die Delegierten haben den 31-jährigen Treuhänder und Lokalpolitiker aus Dübendorf am Dienstagabend zum neuen Präsidenten gewählt.

Zürich: Auch Delegierte wollen Patrick Walder als SVP-Präsidenten (Foto: KEYSTONE / ENNIO LEANZA)
Zürich: Auch Delegierte wollen Patrick Walder als SVP-Präsidenten (Foto: KEYSTONE / ENNIO LEANZA)

Sie segneten damit nach langen Diskussionen den Vorschlag des Kantonalvorstandes ab. Walder erhielt 242 Stimmen. Gegen ihn und sein Team sprachen sich 42 Personen aus.

Walder will sich nunmehr voll in die Arbeit stürzen, wie er vor den Delegierten ausführte. Die Themen für den Wahlkampf seien weitgehend vom Parteiprogramm vorgegeben: Freiheit und Sicherheit. Auf den Klimazug werde man sicher nicht aufspringen, sagte Walder.

Ihm sei es wichtig, die Themen einfach, klar und direkt rüberzubringen, so dass man sie auch verstehe, sagte Walder weiter. Walder folgt auf Konrad Langhart.

Langhart tritt nach der Wahlschlappe der Zürcher SVP - "und gewissen Vorkommnissen" zurück. Er spüre, dass die Basis wie er ticke, sagte er vor den Delegierten. Aber gegen "die auf der höheren Ebene" könne er nicht ankämpfen. Seiner Ansicht nach sei nicht die Zürcher SVP in der Krise, sondern die SVP Schweiz. "Setzt in Bern den Hebel an", rief Langhart in den Saal.

Ausser Langhart wurden auch der erste Vizepräsident Gregor Rutz, der zweite Vizepräsident Stefan Schmid, Parteisekretär Roland Scheck sowie der stellvertretende Parteisekretär Christoph Bähler ersetzt.

Walder stehen als Vizepräsidenten der 72-jährige alte Nationalrat Toni Bortoluzzi sowie der Dübendorfer Kantonsrat Orlando Wyss und Kantonsrätin Elisabeth Pflugshaupt aus Gossau zu Seite. Ihnen sprach die Delegiertenversammlung ebenfalls das Vertrauen aus. Das Sekretariat wurde noch nicht neu besetzt.

Bortoluzzi betonte am Dienstagabend vor den Delegierten, dass er das Amt nicht gesucht habe. Es sei eine interimistische Lösung, aber die Zeit dränge. Man müsse jetzt die Weichen stellen und die Partei zu alter Stärke führen. Deshalb wandte er sich auch gegen Vorschläge aus dem Kreis der Delegierten, die Wahl um einen Monat zu verschieben und ein ordentliches Verfahren durchzuführen.

Diverse Delegierte wiesen nämlich darauf hin, dass sie das Vorgehen rund um die neue Parteispitze als "undemokratische Hauruckübung aus dem Hinterzimmer" empfinden. Ihr Antrag auf Verschiebung der Wahl fand jedoch keine Mehrheit.

Allerdings erfolgte die Wahl am Ende der Versammlung, da sie als Zusatz-Traktandum auf die ordentliche Traktandenliste gesetzt wurde. Sie fand schliesslich vor kurz vor Mitternacht statt, nachdem auch noch alt Bundesrat Blocher um Zustimmung zum Vorschlag aufgerufen hatte.

Die neue Parteispitze soll bis mindestens zu den eidgenössischen Wahlen im Oktober im Amt bleiben. Am vergangenen Freitag war es zum Massenrücktritt an der Parteispitze gekommen. Die SVP büsste bei den Zürcher Kantonsratswahlen 5,6 Prozent Wähleranteile ein. Sie verlor 9 Sitze und fiel auf den tiefsten Stand seit 1995 zurück. Mit 45 Mandaten stellt sie aber nach wie vor die grösste Fraktion im 180-köpfigen Kantonsrat.

(sda)


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