Zuger Kantonsrat sieht dringenden Handlungsbedarf wegen Muscheln


Roman Spirig
Regional / 06.05.21 16:51

Der Kanton Zug soll dringend Vorkehrungen treffen, damit die invasiven Quagga-Muscheln sich nicht in den Zuger Seen ausbreiten. Der Kantonsrat hat am Donnerstag ein entsprechendes Postulat mit 56 zu 16 Stimmen zur sofortigen Bearbeitung an die Regierung überwiesen.

Zuger Kantonsrat sieht dringenden Handlungsbedarf wegen Muscheln (Foto: KEYSTONE / LINDA HERZOG)
Zuger Kantonsrat sieht dringenden Handlungsbedarf wegen Muscheln (Foto: KEYSTONE / LINDA HERZOG)

Das Postulat aus den Reihen von CVP, SP und ALG fordert, der Regierungsrat müsse eine Strategie mit konkreten Massnahmen erarbeiten, um die Zuger Gewässer vor aquatischen, invasiven Organismen zu schützen. Zu diesen gehört etwa die Quagga-Muschel.

Die Quagga-Muschel kommt ursprünglich aus dem Einzugsgebiet des Schwarzen Meeres. 2016 wurden erste Tiere im Bodensee gefunden. Das bis zu 40 Millimeter grosse Tier breitet sich dort massenhaft aus - und richtet teils erheblichen Schaden an.

Sobald diese in den Zuger Gewässern angekommen sei, gebe es keine Möglichkeit mehr, sie wieder loszuwerden. Sie verstopfen Rohre für Trinkwassergewinnung oder Kühlungsanlagen und können Laichplätze für Fische überwuchern.

Als möglich Massnahmen werden Reinigungsplätze für Wanderboote, eine Reinigungspflicht und Sensibilisierungsmassnahmen aufgeführt. Der Kanton Zug soll sich schnellstmöglich dafür einsetzen, dass die Nachbarkantone, insbesondere Luzern und Schwyz mitziehen.

Ebenfalls zur sofortigen Bearbeitung überwiesen mit 46 zu 21 Stimmen bei 2 Enthaltungen wurde ein Postulat von Mitte-Rechts zu Corona und der Schuldenwirtschaft. Unter anderem soll sich der Regierungsrat auf Bundesebene für schnellere Lockerungsschritte einsetzen.

Die Postulanten stellten der Regierung ein gutes Zeugnis in der Pandemie aus. Man wolle ihm mit dem Vorstoss Rückenwind geben. Anna Bieri (CVP) erwiderte, sie wisse gar nicht, welchen Auftrag der Regierungsrat denn nun erhalte. Grundsätzliche Skepsis gab es aus den Reihen der ALG.

Andreas Hausheer (CVP) sah es ähnlich wie seine Parteikollegin Anna Bieri, schlug aber vor, das Postulat zu überweisen und gleichzeitig abzuschreiben. So setze man ein politisches Signal, dass der Kantonsrat das Grundanliegen unterstütze. Der Rat folgte diesem Vorschlag.

Gesundheitsdirektor und Landammann Martin Pfister (CVP) bedankte sich für den Rückenwind. Zug stehe aktuell gut da in der Pandemie, bezüglich 7-Tage-Inzidenz sogar deutlich besser als die anderen Zentralschweizer Kantone. Dies sei auch den 50000 Tests an Schulen und den 3000 Tests in den Firmen pro Woche zu verdanken. Es gelte aber, weiterhin diszipliniert zu sein beim Einhalten der Schutzmassnahmen, sodass im Sommer ein Ende der Pandemie absehbar sei.

(sda)


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