Zuger Parlament stellt sich hinter Klimainitiative der Wirtschaft


Roman Spirig
Regional / 27.10.22 15:54

Der Kanton Zug soll sich mit 1,58 Millionen Franken an der Initiative "Klima-Charta Zug+" beteiligen - verteilt auf vier Jahre. Das Parlament hat sich am Donnerstag klar dahinter gestellt. 

Zuger Parlament stellt sich hinter Klimainitiative der Wirtschaft (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Zuger Parlament stellt sich hinter Klimainitiative der Wirtschaft (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Die Klima-Charta ist eine Initiative zur Wirtschaftsförderung im Bereich Klimaschutz. Eingereicht wurde sie durch die Zuger Wirtschaftskammer, das Institut WERZ (Institut für Wissen, Energie und Rohstoffe Zug), die OST (Ostschweizer Fachhochschule), das Technologieforum Zug und den Switzerland Innovation Park Central.

Die Idee basiert auf einer von der Zuger Wirtschaftskammer in Auftrag gegebenen Studie "Green Check Zug", die aufzeigt, dass die Wirtschaft für knapp die Hälfte der direkten CO2-Emissionen im Kanton verantwortlich ist.

Die Initiative ist branchenübergreifend und soll für alle Unternehmen niederschwellig zugänglich sein. Die Unternehmen erhalten im Sinne einer Anschubunterstützung eine Bestandesaufnahme, Auslegeordnung und Einordnung der identifizierten Handlungsoptionen in Form eines Massnahmenplans. Dadurch soll die Umsetzung von konkreten und innovativen Massnahmen für den Klimaschutz beschleunigt werden.

Diese Initiative gelte ganz klar als Anschubprojekt, sagte Urs Andermatt (FDP). Die Klima-Charta soll eine Impulsgeberin sein, nach vier Jahren solle sie als Selbstläufer weiter funktionieren. Angesprochen würden damit kleinere und mittlere Betriebe, welche sich bis anhin nicht oder sehr wenig mit diesem Thema auseinandergesetzt hätten. Auch ein Grossteil der SVP unterstütze die Initiative, wie Philip C. Brunner sagte.

Die ALG begrüsse die Vorlage im Grundsatz, sagte Luzian Franzini. Endlich werde auch der Regierungsrat in diesem Bereich tätig. Die ALG werde sich dafür einsetzten, dass das Programm bei einer grossen Nachfrage ausgebaut werden könne.

Dafür sprach sich auch Ronahi Yener im Namen der SP-Fraktion aus. Es sei richtig, dass Zuger Unternehmen ihre Verantwortung wahrnehmen und energieeffizienter würden.

"Die Zukunft muss sauberer werden", sagte Thomas Meierhans (Mitte). Die Initiative werde die richtige Zündung geben. Er sei überzeugt, dass das Potenzial gross sei, verursache die Zuger Wirtschaft ja fast die Hälfte der CO2-Emissionen im Kanton. Meierhans warnte aber vor einem "administrativen Overkill".

Die zweit Lesung mit der Schlussabstimmung findet zu einem späteren Zeitpunkt statt.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Unterschriften für Volksinitiative zum Erhalt von Bargeld beisammen
Schweiz

Unterschriften für Volksinitiative zum Erhalt von Bargeld beisammen

Die Volksinitiative für den Erhalt von Münzen und Banknoten dürfte vors Volk kommen. Die Freiheitliche Bewegung Schweiz (FBS) hat laut eigenen Angaben genügend Unterschriften für das Volksbegehren gesammelt.

Spionageverdacht: US-Aussenminister verschiebt Peking-Reise
International

Spionageverdacht: US-Aussenminister verschiebt Peking-Reise

Angesichts von Spionagevorwürfen der USA gegen China hat US-Aussenminister Antony Blinken eine fürs Wochenende geplante Reise nach Peking abgesagt. Der Besuch solle zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden, sobald die Umstände dies zuliessen, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter des US-Aussenministeriums am Freitag in Washington. Blinken hätte ursprünglich noch am Freitag aufbrechen sollen.

Firmenimperium des indischen Milliardärs Adani bleibt unter Druck
Wirtschaft

Firmenimperium des indischen Milliardärs Adani bleibt unter Druck

Das Firmenimperium des indischen Milliardärs Gautam Adani kommt nach den Vorwürfen der US-Investmentfirma Hindenburg Research nicht zur Ruhe. Seit vergangener Woche haben die Aktien der Gruppe umgerechnet rund 115 Milliarden Franken an Börsenwert verloren.

Armee-Panzerhalle in Thun wird wieder zur Asylunterkunft umgebaut
Schweiz

Armee-Panzerhalle in Thun wird wieder zur Asylunterkunft umgebaut

Wegen der weiterhin angespannten Lage im Asylbereich stellt der Bund in einer Panzerhalle auf dem Waffenplatz Thun zusätzlich 300 Unterkunftsplätze zur Verfügung. Aktuell wird die Halle entsprechend eingerichtet.