Zuger Sicherheitsdirektor Villiger tritt nicht mehr zur Wahl an


Roman Spirig
Regional / 01.10.21 14:42

Der Zuger Sicherheitsdirektor Beat Villiger (Mitte) beendet seine Karriere in der Kantonsregierung. Der 64-Jährige tritt bei den Gesamterneuerungswahlen im kommenden Herbst nicht mehr an. Die Partei will seinen Sitz verteidigen, die Linke aber bläst zum Angriff.

Zuger Sicherheitsdirektor Villiger tritt nicht mehr zur Wahl an (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Zuger Sicherheitsdirektor Villiger tritt nicht mehr zur Wahl an (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Für die Nachfolge Villigers werde eine Findungskommission rund um die Kantonalpräsidentin Laura Dittli eingesetzt, teilte die Mitte Kanton Zug am Freitag mit. Die Zuger Gesamterneuerungswahlen finden am 2. Oktober 2022 statt.

Der abtretende Villiger war nach elf Jahren im Kantonsrat, wo er auch das Zuger Attentat miterlebte, 2006 in den Regierungsrat gewählt worden. Dort übernahm der gelernte Treuhänder ab Januar 2007 die Sicherheitsdirektion.

Der Baarer zieht sich nach vier Legislaturen und mit dem Erreichen des Pensionsalters aus der Politik zurück, wo er einen Grossteil seines Berufslebens verbrachte. Bis zum Abgang wolle er unter anderem noch die Revision des Feuerschutzgesetzes und des Motorfahrzeugsteuergesetzes umsetzen, heisst es in der Mitteilung.

Die beiden weiteren Mitte-Regierungsratsmitglieder, Landammann Martin Pfister sowie Statthalterin Silvia Thalmann-Gut, kandidieren für eine weitere Amtszeit. Gesundheitsdirektor Pfister ist seit 2016 in der Exekutive, Volkswirtschaftsdirektorin Thalmann-Gut seit 2019.

Die Mitte wolle als staatstragende Partei auch künftig mit drei Mitgliedern in der Regierung vertreten sein. Wer als Ersatz für Villiger ins Rennen steigt, entscheiden die Delegierten im Frühjahr.

In der siebenköpfigen Zuger Regierung sitzen aktuell neben den drei Mitte-Mitgliedern je zwei Vertreter von SVP und FDP. Sie stellen sich allesamt der Wiederwahl. Die Linke ist seit 2018 nicht mehr in der Regierung vertreten, sie verlor damals den ALG-Sitz an die Mitte.

Diesen Sitz wollen SP und ALG in enger Zusammenarbeit zurückerobern. Die Linke sei im Kanton Zug auf allen Ebenen untervertreten, hielten sie in einer gemeinsamen Stellungnahme auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA fest. Zwei linke Sitze in der Regierung wären angemessen, einer sei zwingend.

Die beiden Parteien fordern nach der angekündigten Vakanz namentlich die Mitte explizit zum freiwilligen Proporz auf. Zu diesem hätten sich die bürgerlichen Parteien schon mehrfach bekannt. Dass eine Partei drei von sieben Regierungssitzen halte, übersteigt den Demokratieverstand.

(sda)


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