Zur Rose macht 2022 wie erwartet weniger Umsatz


News Redaktion
Wirtschaft / 19.01.23 07:28

Die Versandapotheke Zur Rose hat 2022 nach Jahren des Wachstums erwartungsgemäss weniger umgesetzt. Statt weiter zu wachsen, ist die Gruppe seit dem Frühling 2022 bemüht, die Verluste einzudämmen.

Die Versandapotheke Zur Rose hat 2022 nach Jahren des Wachstums erwartungsgemäss weniger umgesetzt. Der Umsatz schrumpfte um knapp 10 Prozent. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)
Die Versandapotheke Zur Rose hat 2022 nach Jahren des Wachstums erwartungsgemäss weniger umgesetzt. Der Umsatz schrumpfte um knapp 10 Prozent. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

Im laufenden Jahr soll die Gewinnschwelle beim Betriebsgewinn erreicht werden. Konkret sank der Umsatz (inklusive noch nicht konsolidierter Geschäftsteile) im vergangenen Jahr um 9,7 Prozent auf 1,84 Milliarden Franken, wie Zur Rose am Donnerstag mitteilte.

Die Entwicklung lag leicht unter den Erwartungen. Gemäss AWP-Konsens hatten Analysten mit einem Rückgang von 8,0 Prozent gerechnet.

Das Unternehmen selbst hatte einen Rückgang im einstelligen Prozentbereich angekündigt. Nachdem es abermals zu Verzögerungen bei der Einführung des elektronischen Arztrezepts in Deutschland gekommen war, sah sich die Online-Apotheke gezwungen, sich vorerst auf die Profitabilität zu konzentrieren.

Unter den entsprechenden Sparmassnahmen litt das Deutschland-Geschäft. Der Umsatz dort sank um gut 18 Prozent auf 1,09 Milliarden Franken.

In der Schweiz setzte die Gruppe zwar weiterhin mehr um. Das Plus von 9,5 Prozent auf 687 Millionen reichte angesichts des deutlich kleineren Umsatzanteils aber nicht aus, das Minus in Deutschland wettzumachen.

Zudem war auch das relativ gesehen immer noch sehr kleine Europageschäft rückläufig. Hier ging der Umsatz um knapp 14 Prozent auf 71 Millionen Franken zurück.

Gewinnzahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr werden zwar erst am 23. März präsentiert; die Gruppe stellt nun aber neu einen bereinigten Betriebseverlust vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) von 70 bis 75 Millionen Franken in Aussicht, davor waren es -75 bis -85 Millionen. Im Jahr 2021 hatte das Minus noch knapp 130 Millionen Franken betragen.

Und im laufenden Jahr 2023 will Zur Rose beim bereinigten EBITDA die Gewinnschwelle erreichen. Mittelfristig soll dann eine EBITDA-Marge von 8 Prozent erreicht werden. Einen ausführlicheren Ausblick auf das laufende Jahr will die Gruppe dann mit den Gewinnzahlen im März geben.

Von entscheidender Bedeutung werden dabei die Entwicklungen zum E-Rezept in Deutschland sein. Trotz der vom deutschen Gesundheitsminister Karl Lauterbach angekündigten landesweiten Einführung ab Mitte 2023 bestehen in Analystenkreisen aber noch immer Bedenken. Zur Rose teilte nun mit, dass die Massnahmen zur Steigerung der E-Rezept- und Gematik-App-Nutzung in Deutschland voranschritten.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Pistorius in Kiew: Ukraine erhält mehr als 100 Leopard-1-Panzer
International

Pistorius in Kiew: Ukraine erhält mehr als 100 Leopard-1-Panzer

Die Ukraine soll nach Angaben von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) von einer Gruppe mehrerer europäischer Länder mehr als 100 Kampfpanzer des älteren Typs Leopard 1A5 erhalten. Bis zum ersten oder zweiten Quartal 2024 sollten mindestens drei Bataillone damit ausgestattet werden, sagte der SPD-Politiker am Dienstag bei einem Besuch in Kiew. Der Aufenthalt war aus Sicherheitsgründen zunächst geheim gehalten worden.

Urner Forschungsinstitut vergibt zwei Anschubstipendien
Regional

Urner Forschungsinstitut vergibt zwei Anschubstipendien

Das Urner Forschungsinstitut "Kulturen der Alpen" vergibt zwei Anschubstipendien. Bewerben können sich Studierende, die sich vertieft mit den Besonderheiten des Alpenraums auseinandersetzen wollen.

Breitenreiter bei Hoffenheim offenbar entlassen
Sport

Breitenreiter bei Hoffenheim offenbar entlassen

André Breitenreiter ist gemäss übereinstimmenden Medienberichten nicht mehr Trainer des Bundesligisten Hoffenheim.

Verteidiger verlangt für Luzerner Fest-Platzchef Freispruch
Regional

Verteidiger verlangt für Luzerner Fest-Platzchef Freispruch

Der Mann, der in der Darstellung der Staatsanwaltschaft 2018 als Platzchef das Luzerner Fest um 47'000 Franken geschädigt haben soll, sei von jeder Schuld freizusprechen. Dies hat sein Verteidiger am Dienstag vor dem Kriminalgericht verlangt.