Zwei von drei Todesfällen vor dem 75. Altersjahr wären vermeidbar


News Redaktion
Schweiz / 14.08.20 08:48

Zwei Drittel aller Todesfälle in Europa vor dem 75. Altersjahr wären vermeidbar. Massnahmen der Primärprävention oder der Gesundheitsvorsorge könnten sie verhindern. Die Schweiz ist gemäss dem Statistischen Amt Eurostat diesbezüglich führend in Europa.

Regelmässige Vorsorgeuntersuchungen (wie hier die Mammografie) sowie Rauchstopp und Mässigung beim Alkohol könnten mehr als die Hälfte aller Todesfälle unter 75 Jahren verhindern. (Archivbild) (FOTO: Keystone/APA/DPA/PETER ENDIG)
Regelmässige Vorsorgeuntersuchungen (wie hier die Mammografie) sowie Rauchstopp und Mässigung beim Alkohol könnten mehr als die Hälfte aller Todesfälle unter 75 Jahren verhindern. (Archivbild) (FOTO: Keystone/APA/DPA/PETER ENDIG)

iAuf den am Freitag veröffentlichten Ranglisten der standardisierten Todesrate für behandelbare und vermeidbare Krankheiten bei Personen unter 75 weist die Schweiz die niedrigsten Werte auf. Während in Rumänien mehr als 200 auf 100000 Einwohner unter 75 an behandelbaren Zuständen sterben, sind es in der Schweiz nur etwas mehr als 50; der EU-Durchschnitt liegt leicht über 90.

Zum grössten Teil gilt bei verfrühten Toden das Verursacherprinzip: Wer bespielsweise das Rauchen aufgibt und den Alkohol- und Fleischkonsum einschränkt (vermeidbare Todesfälle) und regelmässig zur Vorsorgeuntersuchung geht (behandelbare Todesfälle), verhält sich weniger selbstzerstörerisch.

In der EU waren unter den vermeidbaren Todesfällen Lungenkrebs (37,1 pro 100000 Einwohner unter 75 Jahren), ischämische Herzkrankheiten (18,9), alkoholspezifische Störungen und Vergiftungen (11,7), zerebrovaskuläre Erkrankungen und chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (beide 10,0) die fünf häufigsten Ursachen. Diese Krankheiten waren 2016 für 55 Prozent aller verfrühten Todesfälle verantwortlich.

Bei den behandelbaren Krankheiten waren in Europa ischämische Herzkrankheiten (standardisierte Todesrate von 18,9 pro 100000 Einwohner unter 75 Jahren), Darmkrebs (15,1), Brustkrebs (nur bei Frauen; 10,9), zerebrovaskuläre Erkrankungen (10,0) und Lungenentzündung (5,2) am häufigsten. Fünf Ursachen waren für 65 Prozent aller Todesfälle durch behandelbare Krankheiten/Erkrankungen in der EU verantwortlich.

In der Schweiz waren im selben Jahr ebenfalls ischämische Herzkrankheiten, Darmkrebs und Brustkrebs zusammen für etwas mehr als die Hälfte der behandelbaren Todesfälle verantwortlich, alle etwa gleich häufig. Bei den vermeidbaren Toden führte in der Schweiz Lungenkrebs weitaus am häufigsten zum verfrühten Ableben, mit etwa 30 Toten auf 100000 Einwohnern.

Bei den vermeidbaren Todesfällen im Jahr 2017 wies Lungenkrebs unter diesen fünf Ursachen in 20 der 27 EU-Mitgliedstaaten die höchste standardisierte Sterbeziffer für Menschen unter 75 Jahren auf. Lettland, Litauen, Rumänien und die Slowakei verzeichneten die höchste Rate vermeidbarer Todesfälle bei ischämischen Herzkrankheiten, während Estland und Finnland die höchste Rate bei alkoholspezifischen Störungen und Vergiftungen verzeichneten.

https://appsso.eurostat.ec.europa.eu/nui/submitViewTableAction.do

(sda)


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